Die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (USt-IdNr.) ist der Ausweis deines Unternehmens im europäischen Binnenmarkt. Ohne sie lassen sich innergemeinschaftliche Geschäfte nicht sauber abwickeln.
Zuletzt fachlich geprüft am 12. Juli 2026 · Rechtsstand: Veranlagungszeitraum 2026
Die USt-IdNr. beantragst du kostenlos beim Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) – online oder direkt im Fragebogen zur steuerlichen Erfassung. Du brauchst sie, wenn du Waren oder Dienstleistungen an Unternehmen in anderen EU-Ländern lieferst oder von dort beziehst. Sie ersetzt nicht die Steuernummer, sondern ergänzt sie für den EU-Handel.
USt-IdNr. vs. Steuernummer
Die Steuernummer vergibt dein Finanzamt; sie identifiziert dich in der nationalen Besteuerung und gehört auf jede Rechnung. Die USt-IdNr. vergibt das BZSt; sie identifiziert dich für grenzüberschreitende Umsätze innerhalb der EU. Auf Rechnungen an EU-Unternehmen gibst du die USt-IdNr. an – deine eigene und die des Kunden.
Wann brauchst du sie?
- Du erbringst Dienstleistungen an Unternehmen im EU-Ausland (Reverse-Charge-Verfahren).
- Du lieferst Waren an Unternehmen in anderen EU-Ländern (innergemeinschaftliche Lieferung).
- Du kaufst Waren oder Leistungen von EU-Unternehmen ein und willst sie steuerfrei beziehen.
- Digitale Dienstleister und viele Online-Plattformen verlangen sie von Geschäftskunden.
Reine Inlandsgeschäfte brauchen keine USt-IdNr. Auch Kleinunternehmer können sie beantragen – dann greifen bei EU-Bezügen allerdings besondere Regeln.
So beantragst du sie
- Bei der Gründung: im Fragebogen zur steuerlichen Erfassung ankreuzen – die USt-IdNr. wird automatisch mitvergeben.
- Nachträglich: online über das BZSt-Portal, mit Angabe deiner Steuernummer und des zuständigen Finanzamts.
- Warten: Die Zuteilung erfolgt schriftlich, meist innerhalb weniger Werktage bis Wochen.
Die USt-IdNr. ist immer gebührenfrei. Anbieter, die im Netz eine kostenpflichtige „Beantragung" versprechen, sind unseriös. Nutze ausschließlich das offizielle Portal des Bundeszentralamts für Steuern.
Pflichten mit der USt-IdNr.
Mit EU-Geschäften kommen Meldepflichten: Für innergemeinschaftliche Lieferungen und bestimmte Dienstleistungen gibst du eine Zusammenfassende Meldung (ZM) ab. Außerdem solltest du die USt-IdNr. deiner Geschäftskunden über das BZSt-Bestätigungsverfahren prüfen, bevor du steuerfrei fakturierst.
Deine Checkliste: USt-IdNr.
Hak ab, was auf dich zutrifft – dein Fortschritt wird automatisch gespeichert.
Was du zusammenstellen solltest
6 Punkte · EU-Handel- Bedarf klärenNur bei Geschäften mit EU-Unternehmen nötig.
- Steuernummer bereithaltenWird für den Antrag benötigt.
- Über BZSt oder Fragebogen beantragenImmer kostenlos.
- USt-IdNr. auf EU-Rechnungen angebenEigene und die des Kunden.
- Kunden-IDs prüfenBestätigungsverfahren beim BZSt.
- Zusammenfassende Meldung abgebenBei innergemeinschaftlichen Umsätzen.
Häufige Fragen (FAQ)
Was kostet die Umsatzsteuer-ID?
Nichts. Die Vergabe durch das Bundeszentralamt für Steuern ist kostenlos. Kostenpflichtige Angebote Dritter sind unnötig.
Brauche ich als Kleinunternehmer eine USt-IdNr.?
Nur, wenn du Leistungen aus dem EU-Ausland beziehst oder dorthin erbringst. Für reine Inlandsgeschäfte brauchst du sie nicht.
Wie lange dauert die Zuteilung?
In der Regel wenige Werktage bis einige Wochen. Beantragst du sie schon im Fragebogen zur steuerlichen Erfassung, läuft es meist am schnellsten.
Ist die USt-IdNr. dasselbe wie die Steuernummer?
Nein. Die Steuernummer nutzt du national, die USt-IdNr. für den EU-Handel. Beide können auf einer Rechnung stehen.
Was ist das Reverse-Charge-Verfahren?
Bei bestimmten grenzüberschreitenden B2B-Leistungen schuldet der Leistungsempfänger die Umsatzsteuer, nicht der Leistende. Auf der Rechnung weist du dann keine Umsatzsteuer aus, sondern verweist auf die Steuerschuldumkehr.
Quellen & Rechtsgrundlagen
Alle Werte wurden am 12. Juli 2026 anhand der folgenden Primär- und Fachquellen geprüft. Rechtsstand: Veranlagungszeitraum 2026.


