Eine Meldung ans Finanzamt bedeutet nicht automatisch Steuer. Seit der EU-Richtlinie DAC7 übermitteln Online-Plattformen Daten über ihre Verkäufer – aber ob daraus eine Steuer wird, hängt allein davon ab, was und wie oft du verkaufst.
Zuletzt fachlich geprüft am 18. Juli 2026 · Rechtsstand: Veranlagungszeitraum 2026
Plattformen wie eBay, Kleinanzeigen, Vinted, Etsy und Airbnb melden die Umsätze ihrer Nutzer über das Plattformen-Steuertransparenzgesetz (PStTG) ans Bundeszentralamt für Steuern. Gemeldet wird erst ab 30 Verkäufen ODER 2.000 € Erlös pro Jahr und Plattform. Reine Privatverkäufe von gebrauchten Gegenständen bleiben in der Regel steuerfrei – erst Gewinnabsicht oder kurze Haltefristen lösen Steuer aus.
Was ist DAC7?
DAC7 ist eine EU-Richtlinie, in Deutschland umgesetzt im Plattformen-Steuertransparenzgesetz (PStTG). Sie verpflichtet Betreiber digitaler Marktplätze, jährlich Daten über aktive Verkäufer – Name, Steuer-ID, Kontoverbindung und Umsätze – an das Bundeszentralamt für Steuern zu melden. Ziel ist, gewerblichen Handel aufzudecken, der bisher nicht erklärt wurde.
Die Bagatellgrenze: 30 Verkäufe oder 2.000 €
Nicht jeder Nutzer wird gemeldet. Eine Bagatellgrenze nimmt Gelegenheitsverkäufer aus: Wer pro Jahr und Plattform weniger als 30 Verkäufe tätigt und dabei weniger als 2.000 € einnimmt, wird nicht gemeldet. Wird eine der beiden Schwellen überschritten, erfolgt die Meldung – das ist aber nur eine Information, kein Steuerbescheid.
Privatverkäufe bleiben meist steuerfrei
Der Verkauf gebrauchter privater Gegenstände – alte Kleidung, Möbel, Bücher, Elektronik – ist grundsätzlich steuerfrei, selbst wenn du gemeldet wirst. Denn hier fehlt es an Gewinnabsicht, und die Sachen wurden für den eigenen Gebrauch angeschafft. Auch ein hoher Verkaufserlös ändert daran nichts, solange es beim Ausräumen des eigenen Haushalts bleibt.
Wann doch Steuern anfallen
- Gewerblicher Handel: Wer regelmäßig einkauft, um mit Gewinn weiterzuverkaufen, erzielt gewerbliche Einkünfte – anmelde- und steuerpflichtig.
- Private Veräußerungsgeschäfte: Wird ein Gegenstand (kein Alltagsgut) innerhalb eines Jahres mit Gewinn verkauft, kann § 23 EStG greifen – steuerfrei bis zur Freigrenze von 1.000 € Gesamtgewinn im Jahr.
- Vermietung über Airbnb: Einkünfte aus Kurzzeitvermietung sind steuerpflichtig; eine Bagatellgrenze von 520 € im Jahr kann greifen.
Verkauf von 45 gebrauchten Kleidungsstücken über Vinted für insgesamt 1.200 €. Die 30-Verkäufe-Schwelle ist überschritten → die Plattform meldet. Steuer fällt trotzdem nicht an, weil es sich um private Gebrauchtwaren ohne Gewinnabsicht handelt. Wichtig ist nur, das auf Nachfrage belegen zu können.
Die häufigsten Fehler
- Meldung mit Steuer verwechseln: Eine DAC7-Meldung ist eine Information, kein Steuerbescheid.
- Belege wegwerfen: Bei hohen Verkäufen hilft eine kurze Aufstellung, den privaten Charakter zu zeigen.
- Gewerblichkeit unterschätzen: Regelmäßiger An- und Verkauf mit Gewinn ist gewerblich – auch als „Hobby“.
- Airbnb ausblenden: Mieteinnahmen aus Kurzzeitvermietung sind grundsätzlich steuerpflichtig.
Deine Checkliste: Online-Verkauf & DAC7
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Bevor du meldepflichtig wirst
5 Punkte- Schwellen kennenMeldung ab 30 Verkäufen oder 2.000 € pro Jahr und Plattform.
- Privat oder gewerblich?Gebrauchtes aus dem Haushalt bleibt steuerfrei.
- Gewinnabsicht prüfenEinkauf zum Weiterverkauf = gewerblich.
- 1-Jahres-Frist beachtenBei Wertgegenständen kann § 23 EStG greifen (Freigrenze 1.000 €).
- Belege aufbewahrenKurze Aufstellung erleichtert die Erklärung ans Finanzamt.
Häufige Fragen (FAQ)
Ab wann meldet eine Plattform meine Verkäufe?
Ab 30 Verkäufen oder 2.000 € Erlös pro Jahr und Plattform. Darunter greift die Bagatellgrenze und es erfolgt keine Meldung.
Muss ich Steuern zahlen, wenn ich gemeldet werde?
Nicht automatisch. Eine DAC7-Meldung ist nur eine Information ans Finanzamt. Ob Steuer anfällt, hängt davon ab, ob du privat oder mit Gewinnabsicht verkaufst.
Sind Verkäufe auf Vinted oder Kleinanzeigen steuerpflichtig?
Der Verkauf gebrauchter privater Gegenstände ist grundsätzlich steuerfrei – auch bei höheren Erlösen. Steuerpflichtig wird es erst bei gewerblichem Handel oder Gewinnabsicht.
Was gilt bei Airbnb-Vermietung?
Einnahmen aus Kurzzeitvermietung sind grundsätzlich steuerpflichtig. Eine Bagatellgrenze von 520 € im Jahr kann greifen, darüber gehören die Einkünfte in die Steuererklärung.
Was ist die 1-Jahres-Frist?
Verkaufst du einen Wertgegenstand (kein Alltagsgut) innerhalb eines Jahres mit Gewinn, kann ein privates Veräußerungsgeschäft nach § 23 EStG vorliegen – steuerfrei bis 1.000 € Gesamtgewinn im Jahr.
Quellen & Rechtsgrundlagen
Alle Werte wurden am 18. Juli 2026 anhand der folgenden Primär- und Fachquellen geprüft. Rechtsstand: Veranlagungszeitraum 2026.


