Es gibt zwei Blickwinkel auf dieselbe Sache: Das Statistische Bundesamt weist das tatsächliche Aufkommen aus – rückblickend, nach Steuerarten. Das Bundesfinanzministerium berichtet monatlich über die Kassenlage und lässt zweimal jährlich schätzen. Beides zusammen ergibt das Bild.
Für 2025 liegt die Abrechnung nun vor.
Zuletzt fachlich geprüft am 31. Juli 2026 · Rechtsstand: Veranlagungszeitraum 2026
Im Jahr 2025 wurden in Deutschland insgesamt 989,8 Mrd. € Steuern vor der Steuerverteilung von Bund, Ländern und Gemeinden eingenommen. Gegenüber dem Vorjahr war das ein Anstieg um 42,1 Mrd. € bzw. 4,4 %. Die Zahl stammt aus der Statistik über den Steuerhaushalt des Statistischen Bundesamtes.
Was die Zahl bedeutet
„Vor der Steuerverteilung“ heißt: Erfasst ist das Aufkommen, bevor die Gemeinschaftsteuern nach den gesetzlichen Schlüsseln auf Bund, Länder und Gemeinden verteilt werden. Das ist wichtig für die Einordnung: Die Summe entspricht nicht dem, was einer Ebene tatsächlich zufließt.
Steueraufkommen 2025 im Vergleich
Wer erhebt welche Steuer
In Deutschland werden Steuern je nach Art von verschiedenen Gebietskörperschaften erhoben: Bundessteuern stehen ausschließlich dem Bund zu, Landessteuern vollständig den Bundesländern, Gemeindesteuern ausschließlich den Gemeinden. Die Gemeinschaftsteuern – Lohn- und Einkommensteuer, Körperschaftsteuer, Umsatzsteuer – stehen Bund, Ländern und teils Gemeinden gemeinsam zu und werden nach vereinbarten Schlüsseln aufgeteilt, die sich je Steuerart unterscheiden.
Wo du die Daten selbst findest
Die Jahresangaben zum Steueraufkommen nach Steuerarten sind beim Statistischen Bundesamt bis 1950 zurück verfügbar und frei zugänglich. Das Istaufkommen aus den Realsteuern – Grundsteuer und Gewerbesteuer – wird zusätzlich im Realsteuervergleich abgebildet; Ergebnisse zu kommunalen Steuereinnahmen erscheinen auch im Rahmen der Finanzstatistik.
Wofür Steuerpflichtige das brauchen
Direkt keinen Cent – mittelbar viel: Wer die Struktur des Aufkommens kennt, versteht, warum politische Debatten so laufen, wie sie laufen. Ein Beispiel: Die Umsatzsteuer ist die aufkommensstärkste Steuerart. Deshalb sind Änderungen an Steuersätzen – etwa in der Gastronomie – haushaltspolitisch so umstritten, während einzelne Freibeträge im Vergleich klein wirken.
Deine Checkliste: Statistiken richtig lesen
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Statistiken richtig lesen
5 Punkte · Steuerticker · Statistik- Begriffe klären„Vor der Steuerverteilung“ ist nicht gleich Einnahmen des Bundes.
- Quelle prüfenDestatis für Istwerte, BMF für Kasse und Schätzung.
- Zeitreihen nutzenDaten reichen bis 1950 zurück.
- Realsteuervergleich ansehenFür Grund- und Gewerbesteuer.
- Nicht mit Schätzung verwechselnIstaufkommen ≠ Prognose.
Häufige Fragen (FAQ)
Wie hoch war das Steueraufkommen 2025?
989,8 Mrd. € vor der Steuerverteilung von Bund, Ländern und Gemeinden.
Wie stark ist es gestiegen?
Um 42,1 Mrd. € bzw. 4,4 % gegenüber dem Vorjahr.
Was heißt „vor der Steuerverteilung“?
Das Aufkommen ist erfasst, bevor Gemeinschaftsteuern auf Bund, Länder und Gemeinden verteilt werden.
Wo finde ich längere Zeitreihen?
Beim Statistischen Bundesamt sind Jahresangaben nach Steuerarten ab 1950 frei zugänglich.
Quellen & Rechtsgrundlagen
Alle Angaben wurden am 31. Juli 2026 anhand der folgenden Primär- und Fachquellen geprüft. Rechtsstand: Veranlagungszeitraum 2026.


