Der Monatsbericht des Bundesfinanzministeriums ist die Kassenstatistik der Republik: Er zeigt, was tatsächlich eingegangen ist – nicht, was jemand schuldet. Deshalb schwanken die Werte stark, und einzelne Monate taugen selten als Trend.
Juni 2026 liegt leicht unter dem Vorjahresmonat, nachdem der Mai deutlich zugelegt hatte.
Zuletzt fachlich geprüft am 30. Juli 2026 · Rechtsstand: Veranlagungszeitraum 2026
Die Steuereinnahmen insgesamt (ohne Gemeindesteuern) gingen im Juni 2026 um rund ½ Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zurück. Den größten Anteil trugen die Gemeinschaftsteuern bei, die ebenfalls um rund ½ Prozent niedriger ausfielen – nach dem spürbaren Anstieg im Vormonat. Aufkommensanstiege verzeichneten die nicht veranlagten Steuern vom Ertrag, die Lohnsteuer und vor allem die Abgeltungsteuer auf Zins- und Veräußerungserträge. Im Mai 2026 waren die Einnahmen noch um rund 8 Prozent gestiegen.
Die Monatswerte
Nach den Angaben des BMF und den daraus abgeleiteten Zeitreihen lag das Aufkommen ohne reine Gemeindesteuern im Juni 2026 bei rund 98,1 Mrd. €, ein Rückgang um etwa 0,4 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Im Mai war das Aufkommen um rund 8 % gestiegen, wobei die Gemeinschaftsteuern um fast 10 % zulegten – neben der üblichen Volatilität dürften dort auch Einmaleffekte gewirkt haben.
Kassenaufkommen im Vorjahresvergleich
Was sich innerhalb bewegt hat
Im Juni zeigten die Gemeinschaftsteuern kein einheitliches Bild: Niedriger lagen die Einnahmen aus der veranlagten Einkommensteuer, der Körperschaftsteuer und den Steuern vom Umsatz; gestiegen sind die nicht veranlagten Steuern vom Ertrag, die Lohnsteuer und vor allem die Abgeltungsteuer. Deren Aufkommen hängt neben Zinsniveau und Anlagevolumen stark von den sehr volatilen Veräußerungserträgen ab.
Wie man Monatswerte liest
Drei Regeln helfen: 1. Einzelmonate sind kein Trend – Fälligkeitstermine und Erstattungen verschieben Beträge zwischen Monaten. 2. „Ohne Gemeindesteuern“ heißt: Gewerbesteuer und Grundsteuer fehlen in der Zahl. 3. Kassenwerte sind keine Wirtschaftsleistung – sie folgen den steuerlichen Zahlungszeitpunkten, nicht dem Zeitpunkt des wirtschaftlichen Vorgangs.
Ein steigendes Abgeltungsteueraufkommen ist ein Indiz für realisierte Veräußerungsgewinne. Wer selbst Gewinne realisiert hat, sollte den Sparerpauschbetrag und die Verlustverrechnung im Blick behalten.
Was daraus folgt
Für Steuerpflichtige ist der Monatsbericht vor allem ein Kontextinstrument. Praktisch relevant wird er dort, wo Kassenlage und Politik zusammentreffen: bei der Frage, wie belastbar geplante Entlastungen sind, und bei kommunalen Entscheidungen zu Hebesätzen. Eigene Konsequenz: bei sinkenden Gewinnen die Vorauszahlungen herabsetzen lassen, statt auf die Erstattung zu warten.
Deine Checkliste: Kassenzahlen einordnen
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Kassenzahlen einordnen
5 Punkte · Steuerticker · Statistik- Einzelmonate relativierenFälligkeiten verschieben Beträge.
- Abgrenzung beachtenOhne reine Gemeindesteuern.
- Abgeltungsteuer prüfenEigene Veräußerungsgewinne im Blick behalten.
- Sparerpauschbetrag nutzen1.000 € pro Person.
- Vorauszahlungen anpassenHerabsetzung bei sinkendem Gewinn.
Häufige Fragen (FAQ)
Wie haben sich die Steuereinnahmen im Juni 2026 entwickelt?
Sie gingen um rund ein halbes Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zurück.
Und im Mai 2026?
Da stiegen die Einnahmen um rund 8 Prozent, die Gemeinschaftsteuern um fast 10 Prozent.
Welche Steuerarten legten im Juni zu?
Nicht veranlagte Steuern vom Ertrag, Lohnsteuer und vor allem die Abgeltungsteuer auf Zins- und Veräußerungserträge.
Sind Gewerbe- und Grundsteuer enthalten?
Nein. Die Angaben beziehen sich auf die Steuereinnahmen ohne reine Gemeindesteuern.
Quellen & Rechtsgrundlagen
Alle Angaben wurden am 30. Juli 2026 anhand der folgenden Primär- und Fachquellen geprüft. Rechtsstand: Veranlagungszeitraum 2026.


