Sobald das Finanzamt bei dir eine nennenswerte Steuerlast erwartet, setzt es Vorauszahlungen fest. Sie verteilen die Einkommensteuer über das Jahr – und schützen dich vor einer großen Nachzahlung.
Zuletzt fachlich geprüft am 12. Juli 2026 · Rechtsstand: Veranlagungszeitraum 2026
Vorauszahlungen auf die Einkommensteuer werden vierteljährlich fällig: am 10. März, 10. Juni, 10. September und 10. Dezember. Ihre Höhe orientiert sich am letzten Steuerbescheid. Läuft dein Geschäft schlechter, kannst du eine Herabsetzung beantragen; bei steigenden Gewinnen erhöht das Finanzamt sie – auch rückwirkend. Vorauszahlungen sind keine Extra-Steuer, sondern werden auf die endgültige Steuer angerechnet.
Warum es Vorauszahlungen gibt
Beim Arbeitnehmer behält der Arbeitgeber die Lohnsteuer monatlich ein. Selbständige haben keinen solchen Abzug – deshalb erhebt das Finanzamt nach § 37 EStG Vorauszahlungen. So fließt die Steuer laufend, und am Jahresende bleibt nur die Differenz zur tatsächlichen Steuer.
Die vier Quartalstermine
- 10. März
- 10. Juni
- 10. September
- 10. Dezember
Fällt ein Termin auf ein Wochenende oder einen Feiertag, verschiebt er sich auf den nächsten Werktag. Am komfortabelsten läuft die Zahlung per SEPA-Lastschriftmandat – dann kann kein Termin durchrutschen.
Wie die Höhe zustande kommt
Grundlage ist regelmäßig die Steuer deines letzten veranlagten Jahres. Das Finanzamt teilt diese durch vier und setzt den Betrag je Quartal fest. Im Gründungsjahr stützt es sich auf deine Gewinnschätzung aus dem Fragebogen zur steuerlichen Erfassung.
Vorauszahlung aus dem Vorjahr
Steigt der Gewinn 2026, kann das Finanzamt die Beträge anheben – im Zweifel selbst zurücklegen.
Vorauszahlungen anpassen lassen
Erwartest du einen deutlich niedrigeren Gewinn – etwa durch Auftragsflaute, Elternzeit oder hohe Investitionen –, kannst du formlos einen Antrag auf Herabsetzung stellen. Umgekehrt lohnt es sich, bei stark steigenden Gewinnen freiwillig Rücklagen zu bilden, damit die Nachzahlung nicht überrascht.
Leg dir für Steuern ein separates Konto an und überweise nach jeder Rechnung einen festen Prozentsatz dorthin. So sind Vorauszahlung und spätere Nachzahlung immer gedeckt – unabhängig davon, wie das Geschäftskonto gerade aussieht.
Deine Checkliste: Vorauszahlungen steuern
Hak ab, was auf dich zutrifft – dein Fortschritt wird automatisch gespeichert.
Was du zusammenstellen solltest
6 Punkte · § 37 EStG- Quartalstermine notieren10.3. / 10.6. / 10.9. / 10.12.
- SEPA-Mandat einrichtenKein Termin wird verpasst.
- Gewinnentwicklung beobachtenWeicht sie stark vom Vorjahr ab?
- Herabsetzung beantragenBei sinkendem Gewinn formlos möglich.
- Steuerrücklage bildenFester Prozentsatz je Einnahme.
- Bescheid prüfenStimmt die Bemessungsgrundlage?
Häufige Fragen (FAQ)
Wann sind die Vorauszahlungen fällig?
Vierteljährlich zum 10. März, 10. Juni, 10. September und 10. Dezember. Verschiebt sich der Termin auf ein Wochenende, gilt der nächste Werktag.
Kann ich die Vorauszahlungen senken lassen?
Ja. Bei voraussichtlich niedrigerem Gewinn stellst du formlos einen Antrag auf Herabsetzung beim Finanzamt und begründest ihn kurz. Das Finanzamt passt die Beträge dann an.
Sind Vorauszahlungen eine zusätzliche Steuer?
Nein. Sie werden vollständig auf deine endgültige Einkommensteuer angerechnet. Hast du zu viel gezahlt, bekommst du die Differenz erstattet.
Was passiert, wenn ich eine Vorauszahlung nicht leiste?
Es fallen Säumniszuschläge an, und das Finanzamt kann vollstrecken. Kommst du kurzfristig nicht klar, ist ein Antrag auf Stundung oft besser als das Aussitzen.
Erhöht das Finanzamt die Vorauszahlungen automatisch?
Nach einem neuen Bescheid mit höherem Gewinn kann es die laufenden und sogar die zurückliegenden Vorauszahlungen des Jahres anheben. Rücklagen schützen vor dieser Nachforderung.
Quellen & Rechtsgrundlagen
Alle Werte wurden am 12. Juli 2026 anhand der folgenden Primär- und Fachquellen geprüft. Rechtsstand: Veranlagungszeitraum 2026.


