Verluste aus Wertpapieren mindern deine Steuer – aber nur, wenn du sie mit Gewinnen verrechnen kannst. Bei mehreren Depots klappt das nicht automatisch. Die Verlustbescheinigung macht die bankübergreifende Verrechnung möglich.
Zuletzt fachlich geprüft am 15. Juli 2026 · Rechtsstand: Veranlagungszeitraum 2026
Jede Bank führt für dich einen Aktienverlusttopf und einen allgemeinen Verlusttopf. Innerhalb einer Bank werden Verluste automatisch mit Gewinnen verrechnet. Hast du bei einer Bank Verluste und bei einer anderen Gewinne, brauchst du eine Verlustbescheinigung, um sie in der Anlage KAP zusammenzuführen. Diese musst du bis zum 15. Dezember des laufenden Jahres bei der Bank beantragen – die Frist ist bindend.
Die zwei Verlusttöpfe
Deine Bank führt zwei Töpfe: den Aktienverlusttopf (nur für Verluste aus Aktienverkäufen, verrechenbar ausschließlich mit Aktiengewinnen) und den allgemeinen Verlusttopf (für alle übrigen Kapitalverluste). Innerhalb derselben Bank verrechnet sie Gewinne und Verluste automatisch.
Das Problem bei mehreren Banken
Verluste bei Bank A und Gewinne bei Bank B verrechnet niemand automatisch – jede Bank kennt nur ihr eigenes Depot. Damit du zu viel gezahlte Abgeltungsteuer zurückbekommst, musst du die Verluste über die Anlage KAP geltend machen.
Die 15.-Dezember-Frist
Für die bankübergreifende Verrechnung brauchst du eine Verlustbescheinigung der Bank mit den Verlusten. Diese beantragst du bis spätestens 15. Dezember des laufenden Jahres. Versäumst du die Frist, bleibt der Verlusttopf bei der Bank und wird ins Folgejahr vorgetragen – eine Verrechnung mit Gewinnen anderer Banken im selben Jahr ist dann nicht mehr möglich.
Verluste und Gewinne bei zwei Banken
Die auf 2.000 € gezahlte Abgeltungsteuer bekommst du über die Steuererklärung zurück.
So gehst du vor
- Verluste bei den einzelnen Banken sichten (Jahressteuerbescheinigung).
- Bei der Bank mit Verlusten bis 15. Dezember die Verlustbescheinigung anfordern.
- Verluste und Gewinne in der Anlage KAP zusammenführen.
- Zu viel gezahlte Abgeltungsteuer erstatten lassen.
Bleibst du bei einer Bank, brauchst du keine Bescheinigung – dort wird ohnehin automatisch verrechnet. Die Bescheinigung lohnt nur, wenn du Verluste und Gewinne über verschiedene Institute ausgleichen willst.
Deine Checkliste: Verlustbescheinigung
Hak ab, was auf dich zutrifft – dein Fortschritt wird automatisch gespeichert.
Was du zusammenstellen solltest
6 Punkte · Anlage KAP- Depots sichtenWo Verluste, wo Gewinne?
- Verrechnungsbedarf prüfenNur bei mehreren Banken nötig.
- Bis 15.12. anfordernAusschlussfrist beachten.
- Bescheinigung aufhebenFür die Steuererklärung.
- Anlage KAP ausfüllenVerluste und Gewinne zusammenführen.
- Erstattung prüfenZu viel gezahlte Steuer zurückholen.
Häufige Fragen (FAQ)
Wozu brauche ich eine Verlustbescheinigung?
Um Verluste bei einer Bank mit Gewinnen bei einer anderen Bank zu verrechnen. Ohne sie bleibt der Verlusttopf bei der jeweiligen Bank.
Bis wann muss ich sie anfordern?
Bis zum 15. Dezember des laufenden Jahres. Die Frist ist bindend – danach ist die bankübergreifende Verrechnung für dieses Jahr nicht mehr möglich.
Was ist der Unterschied zwischen den Verlusttöpfen?
Der Aktienverlusttopf verrechnet Verluste aus Aktienverkäufen nur mit Aktiengewinnen. Der allgemeine Topf gilt für alle übrigen Kapitalverluste.
Brauche ich sie auch bei nur einer Bank?
Nein. Innerhalb derselben Bank werden Gewinne und Verluste automatisch verrechnet – eine Bescheinigung ist dann überflüssig.
Was passiert, wenn ich die Frist verpasse?
Der Verlust bleibt im Topf der Bank und wird ins Folgejahr vorgetragen. Eine Verrechnung mit Gewinnen anderer Banken im selben Jahr entfällt.
Quellen & Rechtsgrundlagen
Alle Werte wurden am 15. Juli 2026 anhand der folgenden Primär- und Fachquellen geprüft. Rechtsstand: Veranlagungszeitraum 2026.


