Ein Auskunftsersuchen kostet nichts, ist in zehn Minuten geschrieben und zeigt dir, was das Amt wirklich über dich weiß.
Zuletzt fachlich geprüft am 25. Juli 2026 · Rechtsstand 2026
Art. 15 DSGVO gibt dir Anspruch auf Auskunft über die zu deiner Person verarbeiteten Daten, Zwecke, Empfänger, Herkunft und Speicherdauer – plus eine kostenlose Kopie. Die Behörde muss grundsätzlich innerhalb eines Monats antworten (verlängerbar auf drei Monate). Die Finanzverwaltung kann sich auf § 32c AO stützen und die Auskunft einschränken, etwa wenn Ermittlungen gefährdet würden. Bleibt die Antwort aus oder ist sie unvollständig, führt der Weg über die Aufsichtsbehörde (Art. 77 DSGVO) oder das Finanzgericht.
Was du konkret verlangen kannst
Art. 15 Abs. 1 DSGVO gibt dir zwei Dinge: die Bestätigung, ob Daten zu dir verarbeitet werden, und – wenn ja – eine Reihe von Informationen dazu. Dazu kommt nach Absatz 3 die Kopie der Daten selbst.
| Auskunft über | Praktische Bedeutung im Steuerverfahren |
|---|---|
| Zwecke | Warum werden die Daten verarbeitet – Veranlagung, Vollstreckung, Risikomanagement? |
| Kategorien | Welche Arten von Daten: Einkünfte, Konten, Familienstand, Kontrollmitteilungen. |
| Empfänger | Wohin sind Daten gegangen – andere Ämter, Sozialträger, ausländische Behörden? |
| Speicherdauer | Wie lange bleiben die Daten gespeichert? |
| Herkunft | Von wem stammen die Daten – Arbeitgeber, Banken, Plattformen, Dritte? |
| Datenkopie | Kopie der verarbeiteten Daten, erste Kopie unentgeltlich. |
Art. 15 DSGVO richtet sich auf Daten, nicht auf die Akte als solche. Für den Blick in die Akte brauchst du zusätzlich einen Antrag auf Akteneinsicht – im Einspruch gestützt auf § 364 AO, sonst auf das pflichtgemäße Ermessen der Behörde.
So stellst du den Antrag
Der Antrag ist formfrei, sollte aber schriftlich erfolgen – idealerweise mit Steuernummer, Angabe der Veranlagungszeiträume und einer klaren Auflistung der begehrten Informationen. Eine Begründung brauchst du nicht: Das Auskunftsrecht ist nicht von einem besonderen Interesse abhängig.
Adressat ist das Finanzamt, das deine Daten verarbeitet. Bei Daten des Bundeszentralamts für Steuern (etwa Steuer-ID, Kontenabruf, DAC7-Meldungen) richtest du den Antrag dorthin.
Nutze unser Musterschreiben für das Auskunftsersuchen – es enthält die Konkretisierung und den Hinweis auf die Monatsfrist.
Fristen, Kosten und Form der Antwort
Die Behörde muss unverzüglich, jedenfalls binnen eines Monats antworten (Art. 12 Abs. 3 DSGVO). Bei komplexen Anfragen darf sie um zwei weitere Monate verlängern – muss dich darüber aber innerhalb des ersten Monats informieren.
Die erste Kopie ist kostenlos. Für weitere Kopien darf ein angemessenes Entgelt verlangt werden. Bei offenkundig unbegründeten oder exzessiven, insbesondere häufig wiederholten Anträgen kann die Behörde ein Entgelt verlangen oder sich weigern.
Die Grenzen: § 32c AO
Die Abgabenordnung schränkt das Auskunftsrecht in § 32c AO ein. Die Auskunft kann insbesondere unterbleiben, soweit sie die ordnungsgemäße Erfüllung der Aufgaben der Finanzbehörde gefährden würde, soweit dadurch Ermittlungen oder Prüfungsmaßnahmen beeinträchtigt würden, oder soweit Rechte Dritter überwiegen.
Wichtig: Die Behörde muss die Einschränkung begründen und darf nicht pauschal ablehnen. Verweigert sie die Auskunft ganz oder teilweise, ist auf deinen Wunsch die Bundesbeauftragte oder der Bundesbeauftragte für den Datenschutz bzw. die zuständige Landesbehörde einzuschalten (§ 32c Abs. 5 AO).
Nicht alles ist auskunftspflichtig: Rechtliche Bewertungen, Prüferhandakten-Vermerke und interne Entscheidungsprozesse sind keine personenbezogenen Daten im engeren Sinne. Die zugrunde liegenden Tatsachen und Beträge dagegen schon.
Wenn nichts kommt oder abgelehnt wird
Läuft die Frist ab, setze eine Nachfrist von zwei Wochen und verweise auf Art. 12 Abs. 3 DSGVO. Bleibt es dabei, hast du drei Wege – die sich kombinieren lassen:
1. Beschwerde bei der Aufsichtsbehörde nach Art. 77 DSGVO – kostenfrei, mit unserem Muster schnell erledigt. 2. Einspruch gegen eine ablehnende Entscheidung, wenn sie als Verwaltungsakt ergeht. 3. Klage beim Finanzgericht, gerichtet auf Erteilung der Auskunft.
Parallel lohnt sich der Antrag auf Akteneinsicht: Beide Wege ergänzen sich, weil sie an unterschiedliche Voraussetzungen anknüpfen.
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Auskunftsersuchen sauber stellen
0 von 7 erledigt- Zuständige Stelle bestimmenFinanzamt oder Bundeszentralamt für Steuern?
- Antrag konkretisierenZeiträume, Datenarten, Empfänger benennen.
- Datenkopie verlangenArt. 15 Abs. 3 DSGVO ausdrücklich nennen.
- Frist notierenEin Monat ab Zugang – Datum festhalten.
- Nachfrist setzenNach Ablauf zwei Wochen nachfassen.
- Beschwerde vorbereitenAufsichtsbehörde nach Art. 77 DSGVO.
- Akteneinsicht parallelAntrag nach § 364 AO bzw. Ermessen stellen.
Häufige Fragen (FAQ)
Kostet das Auskunftsersuchen etwas?
Nein. Die Auskunft und die erste Datenkopie sind unentgeltlich. Nur für weitere Kopien darf ein angemessenes Entgelt erhoben werden.
Wie lange darf das Finanzamt brauchen?
Grundsätzlich einen Monat ab Eingang des Antrags. Bei komplexen Fällen sind es bis zu drei Monate, wenn die Behörde dich innerhalb des ersten Monats über die Verlängerung und deren Gründe informiert.
Bekomme ich auch interne Vermerke?
In der Regel nicht. Interne rechtliche Bewertungen und Entscheidungsvorbereitungen sind vom Auskunftsanspruch nicht umfasst. Die zugrunde liegenden Tatsachen, Beträge und Datenquellen dagegen schon.
Kann das Finanzamt die Auskunft ganz verweigern?
Nur unter den Voraussetzungen des § 32c AO – etwa wenn Ermittlungen gefährdet würden oder Rechte Dritter überwiegen. Die Ablehnung muss begründet werden; auf Verlangen ist die Datenschutzaufsicht einzuschalten.
Hilft das Auskunftsersuchen im Einspruchsverfahren?
Es kann sinnvoll flankieren, ersetzt aber nicht die Offenlegung der Besteuerungsunterlagen nach § 364 AO. Am wirksamsten ist die Kombination beider Anträge.
Quellen & Rechtsgrundlagen
Alle Angaben wurden am 25. Juli 2026 anhand der folgenden Quellen geprüft. Rechtsstand: 2026.


