Entscheidend ist, dass der Speicher dazu bestimmt ist, ausschließlich Strom aus der eigenen Anlage zu speichern.
Fachlich geprüft · Rechtsstand: 7. September 2026
Für Lieferung und Installation von Photovoltaikanlagen samt Speicher gilt der Nullsteuersatz nach § 12 Abs. 3 UStG – auch dann, wenn der Speicher später nachgerüstet wird. Voraussetzung ist die Bestimmung, ausschließlich Strom aus der Solaranlage zu speichern. Ertragsteuerlich sind Einnahmen aus Anlagen bis 30 kWp auf Einfamilienhäusern nach § 3 Nr. 72 EStG steuerfrei; damit entfällt regelmäßig auch die Gewinnermittlung.
Umsatzsteuerlich: null Prozent
Der Nullsteuersatz umfasst Module, Wechselrichter, Montage, Kabel und Speicher. Beim Nachrüsten gilt er, wenn der Speicher technisch und tatsächlich der bestehenden Anlage dient. Ein Speicher, der auch Netzstrom aufnehmen und rückspeisen soll, ist nicht begünstigt.
Weil kein Vorsteuerabzug mehr nötig ist, wählen die meisten Betreiber die Kleinunternehmerregelung. Ein Verzicht darauf bringt bei Anlagen mit Nullsteuersatz regelmäßig keinen Vorteil mehr.
Ertragsteuerlich: steuerfrei bis 30 kWp
Steuerfrei sind Einnahmen aus Anlagen bis 30 kWp je Einfamilienhaus und bis 15 kWp je Wohn- oder Gewerbeeinheit in gemischt genutzten Gebäuden, insgesamt höchstens 100 kWp je Steuerpflichtigen. Mit der Steuerfreiheit entfällt der Betriebsausgabenabzug – Speicherkosten wirken sich also nicht mehr aus.
- 1. Anlagengröße prüfen: kWp-Grenze je Gebäudetyp
- 2. Speicherbestimmung dokumentieren: ausschließlich Solarstrom
- 3. Rechnung prüfen: 0 Prozent Umsatzsteuer korrekt ausgewiesen?
- 4. Kleinunternehmerstatus klären: Meldung beim Finanzamt
Was du jetzt tun kannst
Lass dir vom Installateur schriftlich bestätigen, dass der Speicher zur Aufnahme von Solarstrom aus der vorhandenen Anlage bestimmt ist. Diese Bestätigung ist der einfachste Nachweis, falls das Finanzamt den Nullsteuersatz hinterfragt.
Für Anlagen, die vor 2023 errichtet wurden und bei denen Vorsteuer gezogen wurde, gelten Besonderheiten – hier lohnt eine Einzelfallprüfung vor der Nachrüstung.
Der Nullsteuersatz gilt für die Anlage und den Speicher, nicht für eine Wallbox oder Ladeinfrastruktur. Diese Positionen sind mit dem Regelsatz zu berechnen.
Deine Checkliste: Speicher steuerlich sauber nachrüsten
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Speicher steuerlich sauber nachrüsten
5 Punkte · § 12 Abs. 3 UStG, § 3 Nr. 72 EStG- 1. Anlagenleistung dokumentierenkWp aus dem Marktstammdatenregister.
- 2. Bestimmung bestätigen lassenInstallateur bescheinigt Solarstrom-Speicher.
- 3. Rechnung kontrollierenNullsteuersatz statt 19 Prozent.
- 4. Kleinunternehmerregelung prüfenVerzicht bringt meist keinen Vorteil.
- 5. Altanlagen separat prüfenVorsteuerabzug vor 2023 kann Folgen haben.
Häufige Fragen (FAQ)
Gilt der Nullsteuersatz auch bei späterer Nachrüstung?
Ja, sofern der Speicher dazu bestimmt ist, ausschließlich Strom aus der bestehenden Photovoltaikanlage aufzunehmen.
Kann ich Speicherkosten absetzen?
Bei steuerfreien Einnahmen nach § 3 Nr. 72 EStG nicht. Ohne Steuerfreiheit sind die Kosten über die Nutzungsdauer abzuschreiben.
Was gilt bei einem Mehrfamilienhaus?
Die Grenze liegt bei 15 kWp je Wohn- oder Gewerbeeinheit, insgesamt höchstens 100 kWp je Steuerpflichtigen.
Ist die Wallbox mit erfasst?
Nein. Ladeinfrastruktur fällt nicht unter den Nullsteuersatz und wird regulär mit 19 Prozent berechnet.
Quellen & Rechtsgrundlagen
Geprüft am 2. September 2026. Meldungen aus laufenden Gesetzgebungs- und Gerichtsverfahren können sich kurzfristig ändern – prüfe den aktuellen Stand anhand der Primärquellen.

