Wer vor der Regelaltersgrenze geht, bekommt dauerhaft weniger. Der Abschlag beträgt 0,3 % je Monat des vorzeitigen Bezugs, maximal 14,4 % bei 48 Monaten. Er wirkt lebenslang – und auch auf spätere Hinterbliebenenrenten.
Zwei Wege führen daran vorbei: 45 Beitragsjahre für die besonders langjährig Versicherten – oder eine Ausgleichszahlung, die zugleich steuerlich stark entlastet.
Zuletzt fachlich geprüft am 12. August 2026 · Rechtsstand: Veranlagungszeitraum 2026
Regelaltersgrenze: steigt schrittweise auf 67. Für langjährig Versicherte (35 Jahre) ist der Start ab 63 möglich – mit Abschlag. Besonders langjährig Versicherte (45 Jahre) gehen zwei Jahre früher abschlagsfrei. Eine Ausgleichszahlung nach § 187a SGB VI ist ab dem 50. Lebensjahr möglich und zählt zu den Altersvorsorgeaufwendungen.
So groß ist der Abschlag wirklich
| Monate früher | Abschlag | Bei 1.800 € Bruttorente |
|---|---|---|
| 12 | 3,6 % | −65 € / Monat |
| 24 | 7,2 % | −130 € / Monat |
| 36 | 10,8 % | −194 € / Monat |
| 48 | 14,4 % | −259 € / Monat |
Hinzu kommt ein zweiter Effekt: In den Jahren des vorzeitigen Bezugs zahlst du keine Beiträge mehr ein – dadurch fehlen zusätzlich Entgeltpunkte.
Die 45 Jahre – und was dazu zählt
Angerechnet werden Pflichtbeiträge aus Beschäftigung, Kindererziehungszeiten, Pflegezeiten, Wehr- und Zivildienst sowie Zeiten mit Kranken- oder Übergangsgeld. Nicht mitgezählt werden Zeiten des Arbeitslosengeldbezugs in den letzten zwei Jahren vor Rentenbeginn – außer bei Insolvenz oder vollständiger Geschäftsaufgabe des Arbeitgebers.
Fehlende Ausbildungs- oder Auslandszeiten kosten oft genau die Monate, die zu den 45 Jahren fehlen. Eine Kontenklärung bei der Deutschen Rentenversicherung ist kostenlos und dauert wenige Wochen.
Ausgleichszahlung: doppelt wirksam
Ab 50 kannst du eine besondere Rentenauskunft anfordern und Abschläge ganz oder teilweise ausgleichen. Der Betrag zählt zu den Altersvorsorgeaufwendungen und ist – zusammen mit den laufenden Beiträgen – bis rund 30.800 € (Ledige) bzw. 61.600 € (Zusammenveranlagung) als Sonderausgabe abziehbar.
Bei einem Grenzsteuersatz von 42 % trägt das Finanzamt damit fast die Hälfte der Ausgleichszahlung. Zulässig sind Teilzahlungen über mehrere Jahre – so lässt sich der Höchstbetrag jedes Jahr neu ausschöpfen.
Steuer im Ruhestand nicht vergessen
Der Besteuerungsanteil richtet sich nach dem Jahr des Rentenbeginns und bleibt lebenslang fest. Wer 2026 startet, versteuert 84 % der Rente; der steuerfreie Teil wird im Folgejahr als Rentenfreibetrag festgeschrieben.
Ein früherer Rentenbeginn senkt zwar die Rente, kann durch den niedrigeren Besteuerungsanteil aber steuerlich leicht ausgleichend wirken. Rentenerhöhungen späterer Jahre sind dagegen voll steuerpflichtig.
Abschlags- und Ausgleichsrechner
Der Rechner zeigt Abschlag, lebenslangen Verlust und die Kosten eines vollständigen Ausgleichs – inklusive Steuerersparnis.
Deine Checkliste vor dem Rentenantrag
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Früher in Rente
6 Punkte · Rente & Vorsorge- 1. Kontenklärung beantragenLücken schließen, bevor du rechnest.
- 2. Wartezeiten prüfen35 oder 45 Jahre – der Unterschied kostet Prozente.
- 3. Besondere Rentenauskunft anfordernAb 50 möglich, Grundlage für den Ausgleich.
- 4. Ausgleich über Jahre verteilenHöchstbetrag jedes Jahr neu nutzen.
- 5. Hinzuverdienst klärenSeit 2023 unbegrenzt bei Altersrenten.
- 6. Krankenversicherung prüfenKVdR-Voraussetzungen und Beitragshöhe.
Häufige Fragen (FAQ)
Entfällt der Abschlag mit Erreichen der Regelaltersgrenze?
Nein. Der Abschlag bleibt lebenslang bestehen und wirkt auch auf spätere Hinterbliebenenrenten.
Lohnt sich die Ausgleichszahlung?
Steuerlich fast immer, weil sie zu den voll abziehbaren Altersvorsorgeaufwendungen zählt. Wirtschaftlich hängt es an der Lebenserwartung: Die Amortisation liegt je nach Steuersatz meist bei zwölf bis achtzehn Jahren Rentenbezug.
Darf ich neben der vorgezogenen Altersrente arbeiten?
Ja, seit 2023 gibt es bei Altersrenten keine Hinzuverdienstgrenze mehr. Bei Erwerbsminderungsrenten gelten weiterhin Grenzen.
Kann ich eine geleistete Ausgleichszahlung zurückfordern?
Nein. Gehst du später doch zur Regelaltersgrenze in Rente, erhöht die Zahlung stattdessen deine Rente – verloren ist sie also nicht.
Quellen & Rechtsgrundlagen
Alle Angaben wurden am 12. August 2026 anhand der folgenden Primär- und Fachquellen geprüft. Rechtsstand: Veranlagungszeitraum 2026.


