Der Abzug erfolgt automatisch – widersprechen kann man nur dem Datenabruf, nicht der Steuer selbst.
Fachlich geprüft · Rechtsstand: 7. September 2026
Kreditinstitute, Versicherungen und Kapitalgesellschaften fragen jährlich zwischen dem 1. September und 31. Oktober beim Bundeszentralamt für Steuern das Kirchensteuerabzugsmerkmal ab. Auf dieser Grundlage behalten sie neben Abgeltungsteuer und Soli auch die Kirchensteuer von 8 oder 9 Prozent ein. Wer den Abruf verhindern will, muss bis zum 30. Juni einen Sperrvermerk beantragen – die Kirchensteuer wird dann über die Steuererklärung erhoben, nicht erlassen.
Wie das Verfahren funktioniert
Übermittelt wird nur eine verschlüsselte Kennziffer für die steuererhebende Religionsgemeinschaft und den Steuersatz – nicht der Name der Gemeinschaft. Wer keiner steuererhebenden Gemeinschaft angehört, erhält den Wert „nulL“; das Institut behält dann keine Kirchensteuer ein.
Vor der Abfrage informieren die Institute ihre Kunden. Diese Mitteilung ist der praktische Anlass, über einen Sperrvermerk nachzudenken.
Sperrvermerk: Wirkung und Frist
Der Sperrvermerk wird beim Bundeszentralamt für Steuern beantragt und gilt bis zum Widerruf. Er verhindert den Datenabruf, nicht die Steuer: Kirchensteuerpflichtige müssen die Kapitalerträge dann in der Steuererklärung angeben, und das Finanzamt setzt die Kirchensteuer fest.
- 1. Mitteilung der Bank prüfen: Hinweis auf die anstehende Abfrage
- 2. Zugehörigkeit klären: steuererhebende Gemeinschaft?
- 3. Sperrvermerk erwägen: Antrag bis 30. Juni für das Folgejahr
- 4. Erklärungspflicht bedenken: mit Sperrvermerk wird die Erklärung nötig
Was du jetzt tun kannst
Wer aus der Kirche ausgetreten ist, sollte die erste Jahresbescheinigung nach dem Austritt prüfen: Wird weiter Kirchensteuer einbehalten, ist meist ein veraltetes Merkmal die Ursache – die Korrektur läuft über die Steuererklärung.
Der Sparer-Pauschabetrag wirkt auch hier: Wo keine Abgeltungsteuer anfällt, entsteht auch keine Kirchensteuer. Freistellungsaufträge sinnvoll zu verteilen bleibt die einfachste Entlastung.
Der Sperrvermerk verhindert nur die Datenübermittlung. Die Kirchensteuer auf Kapitalerträge bleibt geschuldet und wird über die Steuererklärung festgesetzt.
Deine Checkliste: Kirchensteuer auf Kapitalerträge
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Kirchensteuer auf Kapitalerträge
5 Punkte · § 51a Abs. 2c EStG- 1. Bankmitteilung lesenHinweis auf die jährliche Regelabfrage.
- 2. Merkmal prüfenStimmt die Religionszugehörigkeit?
- 3. Sperrvermerk-Frist notierenAntrag bis 30. Juni beim BZSt.
- 4. Freistellungsaufträge verteilenPauschbetrag zuerst ausschöpfen.
- 5. Steuerbescheinigung prüfenEinbehaltene Kirchensteuer kontrollieren.
Häufige Fragen (FAQ)
Wann läuft die Regelabfrage?
Jährlich vom 1. September bis 31. Oktober für das folgende Kalenderjahr.
Wie hoch ist die Kirchensteuer auf Kapitalerträge?
8 Prozent in Bayern und Baden-Württemberg, 9 Prozent in den übrigen Ländern – jeweils bezogen auf die Abgeltungsteuer.
Was bringt ein Sperrvermerk?
Er verhindert die Datenübermittlung an die Bank. Die Steuer wird dann über die Einkommensteuererklärung erhoben.
Ich bin ausgetreten – was tun?
Wenn weiter Kirchensteuer einbehalten wird, hilft die Angabe der Kapitalerträge in der Steuererklärung; zu viel Einbehaltenes wird angerechnet.
Quellen & Rechtsgrundlagen
Geprüft am 25. August 2026. Meldungen aus laufenden Gesetzgebungs- und Gerichtsverfahren können sich kurzfristig ändern – prüfe den aktuellen Stand anhand der Primärquellen.

