Wir produzieren gerade an dieser Episode. Sobald sie live ist, kannst du sie hier und auf allen Podcast-Plattformen anhören – oder lies das Thema schon jetzt im ausführlichen Ratgeber nach.
Darum geht’s in dieser Folge
Nach dem 18. Geburtstag zahlt die Familienkasse nur weiter, wenn ein Grund nach § 32 Abs. 4 EStG vorliegt: Ausbildung, Studium, Übergangszeit von höchstens vier Monaten, fehlender Ausbildungsplatz oder ein anerkanntes freiwilliges Jahr. Wir gehen die Konstellationen durch – inklusive Bachelor-Master-Lücke und Wartesemester.
Zweiter Schwerpunkt: der Ausbildungsfreibetrag von 1.200 € für ein auswärts untergebrachtes volljähriges Kind – und die Frage, welche Grenze den Kindergeldanspruch tatsächlich gefährdet. Antwort: nicht das Einkommen, sondern die 20-Stunden-Grenze nach abgeschlossener Erstausbildung.
Das nimmst du mit
- Welche Nachweise die Familienkasse wirklich sehen will.
- Warum Kindergeld nur sechs Monate rückwirkend gezahlt wird.
- Wie der Ausbildungsfreibetrag zeitanteilig gekürzt wird.
- Wann die 20-Stunden-Grenze greift – und wann nicht.
- Wie Eltern und Kind Kosten sinnvoll aufteilen.
Die Zahlen der Folge
| Position | Wert | Grundlage |
|---|---|---|
| Kindergeld | 259 € je Kind und Monat | § 66 EStG |
| Anspruch bis | 25. Geburtstag | § 32 Abs. 4 EStG |
| Übergangszeit | max. 4 Monate | § 32 Abs. 4 EStG |
| Grenze nach Erstausbildung | 20 Wochenstunden | § 32 Abs. 4 S. 3 EStG |
| Ausbildungsfreibetrag | 1.200 € je Jahr | § 33a Abs. 2 EStG |
| Rückwirkende Zahlung | 6 Monate | § 70 Abs. 1 S. 2 EStG |
Kindergeld wird rückwirkend nur für sechs Monate vor dem Antragsmonat gezahlt. Bei Studienbeginn, Ausbildungswechsel oder nach einer Lücke sollte der Antrag deshalb ohne Verzögerung gestellt werden – sonst sind Monate endgültig verloren.
Wie lange gibt es Kindergeld für ein Kind in Ausbildung?
Bis zum 25. Geburtstag, solange das Kind ausgebildet wird, sich in einer Übergangszeit von höchstens vier Monaten befindet, keinen Ausbildungsplatz erhält oder ein anerkanntes freiwilliges Jahr absolviert.
Schadet der Nebenjob meines Kindes?
Nur nach abgeschlossener Erstausbildung und nur bei mehr als 20 Wochenstunden. Ausbildungsdienstverhältnisse und Minijobs bleiben unschädlich; die Höhe des Einkommens spielt keine Rolle.
Was ist der Ausbildungsfreibetrag?
1.200 € im Jahr für ein volljähriges, in Ausbildung befindliches und auswärts untergebrachtes Kind mit Kindergeldanspruch (§ 33a Abs. 2 EStG). Er wird für jeden Monat ohne Voraussetzungen um ein Zwölftel gekürzt.
Was gilt in der Lücke zwischen Bachelor und Master?
Bis zu vier Monate gelten als Übergangszeit mit fortbestehendem Anspruch. Wird die Grenze überschritten, entfällt das Kindergeld für die betroffenen Monate – eine Bewerbung um den Masterplatz sollte belegt werden.
Wie weit rückwirkend zahlt die Familienkasse?
Nur sechs Monate vor dem Antragsmonat (§ 70 Abs. 1 Satz 2 EStG). Frühere Monate sind auch bei bestehendem Anspruch verloren.
Sollten Eltern oder Kind die Kosten tragen?
Steuerlich kann nur abziehen, wer die Kosten selbst getragen hat. Bei einem Kind in Zweitausbildung ist es oft günstiger, wenn das Kind zahlt und über den Verlustvortrag spart – bei Erstausbildung sind Eltern über Freibeträge und Unterhalt besser gestellt.


