Der automatische Informationsaustausch erfasst nun auch Kryptowerte – aus dem Nischenthema wird ein Standardfall der Veranlagung.
Fachlich geprüft · Rechtsstand: 7. September 2026
Meldepflichtig sind Anbieter von Kryptowerte-Dienstleistungen: Sie übermitteln Identifikationsdaten, Bestände und Transaktionsvolumina. Steuerlich gilt unverändert: Veräußerungsgewinne innerhalb der Jahresfrist sind private Veräußerungsgeschäfte, Staking und Lending können sonstige Einkünfte auslösen. Entscheidend für die Höhe ist die Anschaffungshistorie – Wallet-Wechsel und Tausch inbegriffen.
Was gemeldet wird
Übermittelt werden Angaben zur Person, zu den genutzten Kryptowerten und zu Zu- und Abflüssen. Die Finanzverwaltung erhält damit ein Bild der Aktivität, nicht jedoch die steuerliche Bewertung.
Der Abgleich erfolgt gegen die Erklärung. Fehlen Angaben, folgt eine Rückfrage – im Ernstfall eine Schätzung, die selten zugunsten des Steuerpflichtigen ausfällt.
- 1. Identifikation: Name, Anschrift, Steuer-Identifikationsnummer
- 2. Bestände: gehaltene Kryptowerte je Meldezeitraum
- 3. Transaktionen: Zu- und Abflüsse, Tauschvorgänge, Volumina
- 4. Nicht gemeldet: die steuerliche Bewertung – die bleibt deine Aufgabe
Die steuerlichen Grundregeln
Gewinne aus dem Verkauf innerhalb eines Jahres sind steuerpflichtig, sofern die Freigrenze überschritten ist; nach Ablauf der Jahresfrist bleiben sie steuerfrei. Verluste sind nur mit Gewinnen derselben Art verrechenbar.
Staking, Lending und Airdrops können laufende Einkünfte darstellen. Die Zuordnung entscheidet über Freigrenzen, Fristen und Verlustverrechnung.
Nachweise, die zählen
Führe einen vollständigen Transaktionsexport je Plattform und Wallet, dokumentiere Wallet-Transfers als nicht steuerbare Vorgänge und halte die Ermittlungsmethode konsistent.
Steuerreports der Anbieter sind hilfreich, aber nicht bindend. Prüfe Stichproben – gerade bei Tauschvorgängen und Gebühren treten Abweichungen auf.
Wenn frühere Jahre unvollständig erklärt wurden, ist eine Berichtigung nach § 153 AO oder eine strafbefreiende Selbstanzeige zu prüfen – solange die Tat nicht entdeckt ist. Nach Eingang der Meldedaten wird dieser Weg schwierig.
Deine Checkliste: Krypto-Unterlagen ordnen
Hak ab, was auf dich zutrifft – dein Fortschritt wird automatisch gespeichert.
Krypto-Unterlagen ordnen
5 Punkte · § 23 EStG, § 22 EStG, § 153 AO- 1. Transaktionen exportierenJe Plattform und Wallet, vollständig und datiert.
- 2. Methode festlegenFIFO konsistent anwenden und dokumentieren.
- 3. Transfers markierenWallet-Wechsel als nicht steuerbar kennzeichnen.
- 4. Laufende Erträge trennenStaking, Lending und Airdrops gesondert erfassen.
- 5. Alte Jahre prüfenBerichtigung nach § 153 AO erwägen.
Häufige Fragen (FAQ)
Sind Gewinne nach einem Jahr steuerfrei?
Ja, bei privaten Veräußerungsgeschäften bleibt der Gewinn nach Ablauf der einjährigen Haltefrist steuerfrei.
Muss ich Wallet-Transfers erklären?
Der Transfer zwischen eigenen Wallets ist keine Veräußerung. Dokumentiere ihn aber, damit die Haltefristen nachvollziehbar bleiben.
Was passiert bei fehlenden Angaben?
Das Finanzamt fragt nach und darf im Zweifel schätzen. Eine gute Dokumentation ist die einzige wirksame Verteidigung.
Zählt der Steuerreport der Börse?
Er ist ein Beweismittel, kein Freibrief. Die Verantwortung für die Richtigkeit der Erklärung bleibt bei dir.
Quellen & Rechtsgrundlagen
Geprüft am 7. September 2026 anhand der folgenden Quellen. Meldungen aus laufenden Gesetzgebungsverfahren geben den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder und können sich kurzfristig ändern.

