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Rentenpunkte: was ein Jahr Arbeit wert ist

Ein Jahr Durchschnittsverdienst bringt genau einen Entgeltpunkt. Aus Punkten mal Rentenwert entsteht deine Rente – und aus der Differenz zum Bedarf deine Lücke.

Beratung zur AltersvorsorgePunkte × Rentenwert: Die Formel ist einfach – die Lücke selten klein.

Die gesetzliche Rente folgt einer einzigen Formel: Entgeltpunkte × Zugangsfaktor × aktueller Rentenwert. Wer in einem Jahr genau den Durchschnitt aller Versicherten verdient, erhält einen Entgeltpunkt.

Der aktuelle Rentenwert gibt an, wie viel ein Punkt monatlich wert ist. Er wird jedes Jahr zum 1. Juli angepasst – langfristig etwa im Takt der Löhne.

Zuletzt fachlich geprüft am 12. August 2026 · Rechtsstand: Veranlagungszeitraum 2026

Das Wichtigste in Kürze

Ein Entgeltpunkt entsteht bei einem Jahresverdienst in Höhe des Durchschnittsentgelts. Die Rente ergibt sich aus Punkten × Rentenwert. Von der Bruttorente gehen noch Kranken- und Pflegeversicherung ab, danach die Steuer auf den Besteuerungsanteil (2026: 84 % bei Rentenbeginn). Die Versorgungslücke schließt sich über Betriebsrente, Rürup, Riester oder privates Kapital.

So entstehen deine Punkte

  • Beschäftigung: dein Bruttolohn geteilt durch das Durchschnittsentgelt des Jahres.
  • Kindererziehung: bis zu drei Jahre je Kind, jeweils rund ein Punkt pro Jahr.
  • Pflege von Angehörigen: je nach Pflegegrad und Umfang.
  • Ausbildung und Schulzeiten: begrenzt anrechenbar, oft der Grund für Lücken.
  • Minijob: nur mit Rentenversicherungspflicht, sonst nur geringe Punkte.

Oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze von 101.400 € entstehen keine weiteren Punkte – gut 2,0 Punkte pro Jahr sind das Maximum.

Wie groß ist die Lücke wirklich?

Als Orientierung gilt ein Bedarf von 70 bis 80 % des letzten Nettoeinkommens. Die gesetzliche Rente erreicht bei durchschnittlichem Verlauf rund 48 % des Durchschnittsentgelts – vor Steuern und Sozialabgaben.

Beispiel · 45 Beitragsjahre

Durchschnittsverdiener

Entgeltpunkte45,0
Bruttorenteca. 1.800 €
abzüglich KV/PVca. −200 €
Nettorente vor Steuernca. 1.600 €

Steuern und Beiträge im Ruhestand

Von der Bruttorente gehen rund 11 % für Kranken- und Pflegeversicherung ab (inklusive Zusatzbeitrag). Steuerpflichtig ist der Besteuerungsanteil des Rentenbeginnjahres – der steuerfreie Teil wird als fester Euro-Betrag eingefroren.

Die Konsequenz: Jede Rentenerhöhung ist voll steuerpflichtig. Viele Rentner rutschen erst Jahre nach Rentenbeginn in die Steuerpflicht.

Vier Wege, die Lücke zu schließen

  1. 1. Betriebliche Altersvorsorge: Entgeltumwandlung spart Steuern und Sozialabgaben, Arbeitgeberzuschuss von mindestens 15 % ist Pflicht.
  2. 2. Rürup / Basisrente: voll abziehbar bis rund 30.800 €, besonders für Selbstständige und Gutverdiener.
  3. 3. Freiwillige Beiträge oder Ausgleichszahlungen: erhöhen direkt die Entgeltpunkte.
  4. 4. Privates Depot: flexibel, aber ohne Steuerförderung in der Ansparphase.

Rentenpunkte- und Lücken-Rechner

Verdienst, Jahre und Wunschrente eingeben – der Rechner ermittelt Punkte, Rente und die verbleibende Lücke.


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Rentenlücke schließen

6 Punkte · Altersvorsorge
  • 1. Renteninformation lesenAb 27 Jahren jährlich, mit Punktestand.
  • 2. Kontenklärung machenAusbildungs- und Auslandszeiten nachtragen.
  • 3. Bedarf realistisch schätzen70 bis 80 % des letzten Netto als Richtwert.
  • 4. bAV-Zuschuss prüfenMindestens 15 % vom Arbeitgeber sind Pflicht.
  • 5. Höchstbetrag ausschöpfenBasisversorgung bis rund 30.800 € abziehbar.
  • 6. Alle fünf Jahre neu rechnenGehaltssprünge und Teilzeit verändern die Prognose.

Häufige Fragen (FAQ)

Wie viel Rente bekomme ich pro Entgeltpunkt?

Ein Entgeltpunkt entspricht dem aktuellen Rentenwert – dem monatlichen Rentenbetrag je Punkt, der jährlich zum 1. Juli angepasst wird. Deine Rentenformel lautet Punkte × Zugangsfaktor × Rentenwert.

Zählen Kindererziehungszeiten wirklich voll?

Für Geburten ab 1992 werden bis zu drei Jahre je Kind angerechnet, jeweils mit etwa einem Entgeltpunkt pro Jahr – das entspricht einem Durchschnittsverdienst.

Lohnt sich Teilzeit für die Rente?

Teilzeit reduziert die Punkte proportional zum Verdienst. Wer 60 % arbeitet, sammelt 0,6 Punkte pro Jahr. Kindererziehungs- und Pflegezeiten können das teilweise ausgleichen.

Sind freiwillige Beiträge sinnvoll?

Für Selbstständige ohne Pflichtversicherung und für Menschen, denen Wartezeitmonate fehlen, oft ja. Sie zählen zu den Altersvorsorgeaufwendungen und sind steuerlich abziehbar.

Quellen & Rechtsgrundlagen

Alle Angaben wurden am 12. August 2026 anhand der folgenden Primär- und Fachquellen geprüft. Rechtsstand: Veranlagungszeitraum 2026.

  1. § 63 SGB VI – Grundsätze der Rentenberechnung. Gesetze im Internet
  2. § 68 SGB VI – Aktueller Rentenwert. Gesetze im Internet
  3. Deutsche Rentenversicherung – Renteninformation und Werte 2026. abgerufen am 12.8.2026
SteuerNest Redaktion
Klar. Digital. Steuerrecht.

Wir übersetzen Steuerrecht in verständliche Sprache und prüfen jede Zahl gegen die Primärquelle. Dieser Beitrag ersetzt keine individuelle Beratung durch Steuerberater, Rechtsanwalt oder Lohnsteuerhilfeverein.

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