Eine Klage muss innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe der Einspruchsentscheidung eingehen – der Weg dorthin ist heute meist elektronisch.
Fachlich geprüft · Rechtsstand: 18. August 2026
Die Klagefrist beträgt einen Monat nach Bekanntgabe der Einspruchsentscheidung. Die Übermittlung erfolgt über die vorgesehenen elektronischen Wege; Format und Signatur richten sich nach § 52a FGO. Der BFH hat entschieden, dass eine im falschen Dateiformat übermittelte Klageschrift formwirksam sein kann, wenn das Gericht noch Papierakten führt und die Klage ausgedruckt zur Akte genommen wird. Bei Formfehlern hilft die Wiedereinsetzung.
Frist richtig berechnen
Die Frist beginnt mit der Bekanntgabe der Einspruchsentscheidung. Bei Übermittlung per Post gilt die Drei-Tage-Fiktion, bei elektronischer Bekanntgabe die entsprechenden Regeln der Abgabenordnung.
Fällt das Fristende auf einen Samstag, Sonntag oder Feiertag, verschiebt es sich auf den nächsten Werktag. Notiere Bekanntgabedatum und Fristende schriftlich.
Was in die Klageschrift gehört
Die Klage muss den Kläger, den Beklagten – das Finanzamt – und den Streitgegenstand bezeichnen. Der angefochtene Bescheid und die Einspruchsentscheidung sind anzugeben.
- 1. Bezeichnung der Beteiligten: vollständige Anschriften;
- 2. Angefochtener Verwaltungsakt: Steuerart, Zeitraum, Datum, Steuernummer;
- 3. Klagebegehren: was genau geändert werden soll;
- 4. Begründung: kann nachgereicht werden, sollte aber angelegt sein;
- 5. Anlagen: Bescheid und Einspruchsentscheidung.
Übermittlungswege und Format
Zulässig sind die gesetzlich vorgesehenen elektronischen Wege, üblich als PDF. Speichere nach dem Versand das Prüfprotokoll oder die Eingangsbestätigung – sie ist der Nachweis der Fristwahrung.
Wer keinen elektronischen Zugang hat, kann schriftlich einreichen. Vor dem Finanzgericht besteht kein Vertretungszwang; vor dem BFH dagegen ist eine Vertretung erforderlich.
Formfehler – was noch geht
Der BFH hat eine im falschen Dateiformat übermittelte Klageschrift als formwirksam angesehen, weil sie ausgedruckt zur Papierakte genommen wurde. Verlassen sollte man sich darauf nicht: Sobald ein Gericht elektronische Akten führt, kann die Beurteilung anders ausfallen.
Ergänzend gilt die gerichtliche Fürsorgepflicht: Auf einen leicht erkennbaren Formmangel ist hinzuweisen, damit er innerhalb der laufenden Frist behoben werden kann. Fehlt dieser Hinweis, ist ein Antrag auf Wiedereinsetzung zu prüfen.
Kosten und Aussetzung
Die Gerichtskosten richten sich nach dem Streitwert; bei Erfolg trägt sie das Finanzamt. Die Klage hemmt nicht die Vollziehung – für den Zahlungsaufschub ist ein Antrag auf Aussetzung der Vollziehung nötig.
Ohne Nachweis über Zeitpunkt und Inhalt der Übermittlung lässt sich die Fristwahrung im Streitfall nicht belegen. Lege das Protokoll direkt zur Akte.
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Klage einreichen
6 Punkte · § 47 FGO, § 52a FGO- 1. Frist berechnenBekanntgabe plus ein Monat, Werktagsregel.
- 2. Klageschrift vollständigBeteiligte, Bescheid, Begehren.
- 3. Anlagen beifügenBescheid und Einspruchsentscheidung.
- 4. Format prüfenPDF über den zulässigen Weg.
- 5. Prüfprotokoll sichernEingangsbestätigung archivieren.
- 6. Aussetzung beantragenWenn Zahlung vermieden werden soll.
Häufige Fragen (FAQ)
Wie lange habe ich für die Klage?
Einen Monat nach Bekanntgabe der Einspruchsentscheidung.
Brauche ich einen Anwalt?
Vor dem Finanzgericht nicht. Vor dem BFH ist eine Vertretung erforderlich.
Was passiert bei falschem Dateiformat?
Der BFH hat eine solche Klage in einem Fall mit Papierakte als formwirksam angesehen. Sicher ist nur der vorgesehene Weg.
Muss ich die Steuer während der Klage zahlen?
Ja, sofern keine Aussetzung der Vollziehung gewährt wurde.
Kann ich die Begründung nachreichen?
Ja. Fristwahrend ist die Klageerhebung; die Begründung kann folgen.
Quellen & Rechtsgrundlagen
Geprüft am 18. August 2026 anhand der folgenden Quellen. Entscheidungen und Gesetzgebungsverfahren können sich kurzfristig ändern – prüfe den Stand anhand der Primärquellen.

