SteuerNest
Wissen durchsuchenSteuerfrage starten
Ratgeber · Arbeitgeber & PersonalLohnnebenkostenUmlagen U1–U3Kosten-Rechner

Was eine Stelle wirklich kostet

Auf jeden Euro Bruttolohn kommen rund 21 Cent Nebenkosten. Wer einstellt, kalkuliert mit dem Arbeitgeberbrutto – nicht mit dem Gehalt im Vertrag.

Team im PersonalgesprächVom Bruttogehalt zum Arbeitgeberbrutto: Umlagen werden gern vergessen.

Der Arbeitgeber zahlt grundsätzlich die Hälfte der Sozialbeiträge – plus Posten, die allein bei ihm liegen: Unfallversicherung, Insolvenzgeldumlage und die Umlagen U1 und U2 zur Entgeltfortzahlung.

Für die Personalplanung zählt deshalb nicht das vereinbarte Bruttogehalt, sondern das Arbeitgeberbrutto. Der Unterschied liegt 2026 bei rund 21 bis 23 %.

Zuletzt fachlich geprüft am 12. August 2026 · Rechtsstand: Veranlagungszeitraum 2026

Das Wichtigste in Kürze

Arbeitgeberanteile 2026: 9,3 % Rentenversicherung, 1,3 % Arbeitslosenversicherung, 7,3 % Krankenversicherung plus halber Zusatzbeitrag, 1,8 % Pflegeversicherung. Dazu Umlagen U1 (Krankheit), U2 (Mutterschaft), U3 (Insolvenzgeld) und die Beiträge zur gesetzlichen Unfallversicherung.

Die Beitragssätze im Überblick

Beiträge 2026 (Arbeitgeberseite)
ZweigArbeitgeberGrenze
Rentenversicherung9,3 %101.400 €
Arbeitslosenversicherung1,3 %101.400 €
Krankenversicherung7,3 % + halber Zusatzbeitrag69.750 €
Pflegeversicherung1,8 %69.750 €
Umlage U1 / U2je nach Kasse, ca. 1,0–3,5 % / 0,3–0,7 %Umlagesatz der Kasse
Insolvenzgeldumlage U3ca. 0,15 %101.400 €
UnfallversicherunggefahrklassenabhängigBerufsgenossenschaft

Umlagen U1 und U2: oft unterschätzt

Betriebe mit regelmäßig bis zu 30 Beschäftigten nehmen am U1-Verfahren teil: Die Krankenkasse erstattet 40 bis 80 % der Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall – im Gegenzug wird eine Umlage fällig. Am U2-Verfahren (Mutterschaft) nehmen alle Arbeitgeber teil, unabhängig von der Größe.

Ein höherer U1-Satz bedeutet eine höhere Erstattungsquote. Wer viele kurze Ausfälle hat, fährt mit dem höheren Satz meist besser.

Sonderfall Minijob

Bei einem Minijob bis 603 € zahlt der Arbeitgeber Pauschalabgaben an die Minijob-Zentrale: 13 % Krankenversicherung, 15 % Rentenversicherung, 2 % pauschale Lohnsteuer plus Umlagen – zusammen rund 31 bis 32 %. Dafür bleibt beim Beschäftigten das Brutto gleich dem Netto.

Midijob als Zwischenschritt

Zwischen 603,01 € und 2.000 € gilt der Übergangsbereich: Der Arbeitnehmeranteil steigt gleitend an, der Arbeitgeber zahlt anfangs mehr als die Hälfte.

Günstiger als Gehaltserhöhung: steuerfreie Extras

  • Sachbezug bis 50 € monatlich: abgabenfrei, z. B. Gutscheinkarte.
  • Kindergartenzuschuss: in voller Höhe steuer- und beitragsfrei.
  • Jobticket und Dienstrad: steuerfrei bzw. günstig pauschal versteuert.
  • Gesundheitsförderung bis 600 € im Jahr: zertifizierte Kurse.
  • Betriebliche Altersvorsorge: Entgeltumwandlung spart Steuern und Beiträge.

Arbeitgeberkosten-Rechner 2026

Vom Bruttogehalt zum Arbeitgeberbrutto – inklusive Umlagen und Unfallversicherung, monatlich und im Jahr.


Deine Checkliste: Personalkosten kalkulieren

Hak ab, was auf dich zutrifft – dein Fortschritt wird automatisch gespeichert.

Arbeitgeberkosten

6 Punkte · Personal
  • 1. Arbeitgeberbrutto ansetzenNicht mit dem Vertragsbrutto kalkulieren.
  • 2. Umlagesätze der Kasse prüfenU1-Satz und Erstattungsquote passen zum Ausfallrisiko.
  • 3. Gefahrklasse der BG klärenDer Unfallversicherungsbeitrag schwankt stark.
  • 4. Urlaubs- und Ausfallzeiten einplanenProduktive Stunden liegen unter den bezahlten.
  • 5. Steuerfreie Extras prüfenOft günstiger als Bruttoerhöhung.
  • 6. Beitragsnachweise fristgerecht meldenFällig am drittletzten Bankarbeitstag des Monats.

Häufige Fragen (FAQ)

Wie hoch sind die Lohnnebenkosten in Prozent?

Rund 21 bis 23 % des Bruttolohns, abhängig vom Zusatzbeitrag der Krankenkasse, den Umlagesätzen und der Gefahrklasse der Berufsgenossenschaft.

Zahlt der Arbeitgeber auch den Kinderlosenzuschlag zur Pflegeversicherung?

Nein. Der Zuschlag von 0,6 Punkten trägt allein der kinderlose Arbeitnehmer.

Was kostet ein Minijob den Arbeitgeber?

Rund 31 bis 32 % des Verdienstes als Pauschalabgaben an die Minijob-Zentrale, inklusive pauschaler Lohnsteuer und Umlagen.

Sind Umlagen U1 und U2 Pflicht?

U2 gilt für alle Arbeitgeber, U1 nur für Betriebe mit in der Regel bis zu 30 Beschäftigten. Die Höhe legt die jeweilige Krankenkasse in ihrer Satzung fest.

Quellen & Rechtsgrundlagen

Alle Angaben wurden am 12. August 2026 anhand der folgenden Primär- und Fachquellen geprüft. Rechtsstand: Veranlagungszeitraum 2026.

  1. SGB IV – Gemeinsame Vorschriften für die Sozialversicherung. Gesetze im Internet
  2. Aufwendungsausgleichsgesetz – Umlagen U1 und U2. Gesetze im Internet
  3. Minijob-Zentrale – Pauschalabgaben 2026. abgerufen am 12.8.2026
SteuerNest Redaktion
Klar. Digital. Steuerrecht.

Wir übersetzen Steuerrecht in verständliche Sprache und prüfen jede Zahl gegen die Primärquelle. Dieser Beitrag ersetzt keine individuelle Beratung durch Steuerberater, Rechtsanwalt oder Lohnsteuerhilfeverein.

Kontakt

Frage zur Personalkalkulation?

Nenn uns Branche und Gehaltsband – wir ordnen die Nebenkosten ein.

  • Antwort innerhalb von 24 Stunden
  • Kostenlos & unverbindlich
  • DSGVO-konform – keine Weitergabe deiner Daten

Allgemeine Information statt Beratung: Wir dürfen keine Steuer- oder Rechtsberatung im Einzelfall leisten (§ 2 StBerG, § 3 RDG), prüfen keine Unterlagen und vertreten nicht gegenüber Behörden oder Gerichten.

* Pflichtfeld · Deine Anfrage ersetzt keine individuelle Steuerberatung.

Unsicher bei deinem Fall?

Einstellen oder Auftrag vergeben?

Der KI-Assistent vergleicht Arbeitgeberkosten mit den Kosten einer Fremdvergabe.

Link kopiert