Wer Entgelt umgewandelt hat, hat in der Ansparphase Steuern und Beiträge gespart. In der Auszahlungsphase wird nachgeholt – deshalb lohnt die Planung ein bis zwei Jahre vorher.
Zuletzt fachlich geprüft am 10. August 2026 · Rechtsstand: Veranlagungszeitraum 2026
Leistungen aus Direktversicherung, Pensionskasse und Pensionsfonds sind nach § 22 Nr. 5 EStG in vollem Umfang steuerpflichtig, soweit die Beiträge steuerfrei waren. Bei Direktzusage und Unterstützungskasse handelt es sich um Versorgungsbezüge nach § 19 EStG – hier greifen Versorgungsfreibetrag und Zuschlag. In der gesetzlichen Krankenversicherung gilt 2026 ein Freibetrag von 197,75 € pro Monat (1/20 der Bezugsgröße von 3.955 €) – nur für KVdR-Pflichtversicherte und nur in der Kranken-, nicht in der Pflegeversicherung. Kapitalauszahlungen werden für die Beiträge auf 120 Monate verteilt.
Fünf Durchführungswege, zwei Steuerregeln
Die betriebliche Altersversorgung kennt fünf Durchführungswege. Steuerlich zerfallen sie in zwei Gruppen: Direktzusage und Unterstützungskasse führen zu Versorgungsbezügen nach § 19 EStG, Direktversicherung, Pensionskasse und Pensionsfonds zu sonstigen Einkünften nach § 22 Nr. 5 EStG.
| Weg | Besteuerung der Leistung |
|---|---|
| Direktzusage | Versorgungsbezug, § 19 EStG – Versorgungsfreibetrag |
| Unterstützungskasse | Versorgungsbezug, § 19 EStG – Versorgungsfreibetrag |
| Direktversicherung | § 22 Nr. 5 EStG – voll steuerpflichtig bei steuerfreien Beiträgen |
| Pensionskasse | § 22 Nr. 5 EStG – voll steuerpflichtig |
| Pensionsfonds | § 22 Nr. 5 EStG – voll steuerpflichtig |
Für Altverträge gilt eine Besonderheit: Wurden Beiträge nach § 40b EStG in der alten Fassung pauschal versteuert, ist die Leistung später nur mit dem Ertragsanteil oder – bei Kapitalzahlung – gar nicht mehr steuerpflichtig. Ein Blick in den Vertrag lohnt.
Besteuerung der Auszahlung
Bei den nachgelagert besteuerten Wegen wird die Rente wie übriges Einkommen mit dem persönlichen Steuersatz belastet. Im Ruhestand ist dieser Satz meist niedriger als in der Erwerbsphase – der Steuervorteil der Entgeltumwandlung bleibt damit häufig erhalten.
Bei Versorgungsbezügen reduzieren Versorgungsfreibetrag und Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag das steuerpflichtige Einkommen; ihre Höhe richtet sich nach dem Jahr des Versorgungsbeginns und sinkt jährlich. Zusätzlich steht dir der Werbungskostenpauschbetrag für Versorgungsbezüge von 102 € zu.
Neben der gesetzlichen Rente führt eine Betriebsrente häufig dazu, dass der Grundfreibetrag überschritten wird und eine Erklärungspflicht entsteht. Die Zahlstelle meldet die Leistung elektronisch an die Finanzverwaltung.
Krankenversicherung: der Freibetrag 2026
Auf Versorgungsbezüge zahlen Rentner die Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge allein – anders als bei der gesetzlichen Rente gibt es keinen Zuschuss. Entlastung bringt der Freibetrag nach § 226 Abs. 2 SGB V: 2026 bleiben 197,75 € monatlich beitragsfrei; nur der übersteigende Teil wird mit dem allgemeinen Beitragssatz plus Zusatzbeitrag belegt.
Zwei Einschränkungen: Der Freibetrag gilt nur für Pflichtversicherte in der Krankenversicherung der Rentner – freiwillig Versicherte zahlen ab dem ersten Euro. Und er gilt nicht in der Pflegeversicherung; dort bleibt es bei der Freigrenze.
| Punkt | Wert |
|---|---|
| Freibetrag Krankenversicherung | 197,75 € / Monat |
| Bezugsgröße 2026 | 3.955 € / Monat |
| Beitragsbemessungsgrenze KV | 5.812,50 € / Monat |
| Pflegeversicherung | kein Freibetrag, nur Freigrenze |
| Freiwillig Versicherte | kein Freibetrag |
Kapitalauszahlung oder monatliche Rente?
Viele Verträge erlauben eine Einmalzahlung. Steuerlich ist sie unangenehm: Der gesamte Betrag fließt in einem Jahr zu und treibt den Steuersatz nach oben. Die Fünftelregelung ist für bAV-Kapitalleistungen regelmäßig nicht anwendbar, weil es sich nicht um eine Vergütung für mehrjährige Tätigkeit im Sinne des § 34 EStG handelt.
Beitragsrechtlich wird die Einmalzahlung auf 120 Monate (zehn Jahre) verteilt: Ein Hundertzwanzigstel gilt als monatlicher Zahlbetrag, auf den – nach Abzug des Freibetrags – Beiträge erhoben werden. Der Freibetrag wirkt damit über zehn Jahre.
Krankenversicherung
Die Werte sind gerundet; maßgeblich sind Kassenzusatzbeitrag und Pflegeversicherungssatz. Steuerlich schlägt die Auszahlung dagegen in einem einzigen Jahr voll durch.
Auszahlung klug planen
Drei Hebel gibt es. Erstens der Zeitpunkt: Fällt die Auszahlung in ein Jahr mit niedrigem übrigem Einkommen – etwa das erste vollständige Rentenjahr – sinkt der Steuersatz. Zweitens die Aufteilung: Viele Verträge erlauben Teilkapital plus Restverrentung. Drittens die Sonderausgaben: Krankheitskosten, Handwerkerleistungen oder Spenden im Auszahlungsjahr wirken dort am stärksten.
Wer freiwillig in der GKV versichert ist, sollte prüfen, ob die Voraussetzungen der KVdR erfüllt werden können – der Unterschied macht beim Netto oft mehr aus als jede Steueroptimierung.
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Deine Checkliste: Betriebsrente vorbereiten
8 Punkte- Durchführungsweg klärenDirektzusage oder Direktversicherung?
- Altverträge prüfenPauschalversteuerung nach § 40b alt?
- Versicherungsstatus prüfenKVdR-Pflicht oder freiwillig?
- Freibetrag ansetzen197,75 € pro Monat 2026.
- Auszahlungsform vergleichenRente, Kapital oder Mischung.
- Auszahlungsjahr wählenEinkommen und Sonderausgaben abstimmen.
- Erklärungspflicht beachtenZahlstelle meldet elektronisch.
- Abrechnung prüfenWurde der Freibetrag berücksichtigt?
Häufige Fragen (FAQ)
Wie hoch ist der Freibetrag für die Betriebsrente 2026?
197,75 € monatlich in der gesetzlichen Krankenversicherung – ein Zwanzigstel der Bezugsgröße von 3.955 €. In der Pflegeversicherung gilt er nicht.
Ist die Betriebsrente voll steuerpflichtig?
Bei Direktversicherung, Pensionskasse und Pensionsfonds ja, soweit die Beiträge steuerfrei waren. Bei Direktzusage und Unterstützungskasse handelt es sich um Versorgungsbezüge mit Versorgungsfreibetrag.
Gilt der Freibetrag auch für freiwillig Versicherte?
Nein. Er ist auf pflichtversicherte Rentner in der Krankenversicherung der Rentner beschränkt.
Wie werden Kapitalauszahlungen verbeitragt?
Die Leistung wird auf 120 Monate verteilt. Ein Hundertzwanzigstel gilt als monatlicher Zahlbetrag, auf den nach Abzug des Freibetrags Beiträge erhoben werden.
Kann ich die Fünftelregelung auf eine Kapitalauszahlung anwenden?
In der Regel nicht. Kapitalleistungen aus der betrieblichen Altersversorgung sind keine Vergütung für mehrjährige Tätigkeit im Sinne des § 34 EStG.
Zahle ich auch als Privatversicherter Beiträge?
Nein. Privat Krankenversicherte zahlen auf die Betriebsrente keine GKV-Beiträge; es bleibt bei der Besteuerung.
Quellen & Rechtsgrundlagen
Alle Angaben wurden am 10. August 2026 anhand der folgenden Primär- und Fachquellen geprüft. Rechtsstand: Veranlagungszeitraum 2026.


