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Ratgeber · Erben & Vererben§ 10 Abs. 5 Nr. 3 ErbStGPauschbetragEinzelnachweis

Kosten des Erbfalls richtig absetzen

Zwischen Bestattung und Auseinandersetzung entstehen erhebliche Kosten. Welche davon die Erbschaftsteuer mindern – und wann der Pauschbetrag die bessere Wahl ist.

Die Trennlinie verläuft zwischen Regelung und Verwaltung des Nachlasses: Nur die Regelung mindert den steuerpflichtigen Erwerb.

Fachlich geprüft · Rechtsstand: 18. August 2026

Das Wichtigste in Kürze

Abziehbar sind Bestattungskosten, Aufwendungen für ein Grabdenkmal und die Kosten der Nachlassregelung – auch Anwalts-, Notar- und Gerichtskosten, wenn es um Feststellung und Verteilung des Nachlasses geht. Ohne Nachweis wird der Erbfallkostenpauschbetrag gewährt. Nicht abziehbar sind Kosten der Nachlassverwaltung und der Verwertung nach der Auseinandersetzung.

Was abziehbar ist

Die Vorschrift erfasst Aufwendungen, die durch den Erbfall selbst entstehen. Dazu zählen die Beerdigung, die Grabstätte, aber auch alles, was zur Klärung der Erbfolge und zur Aufteilung nötig ist.

  • 1. Bestattung und Grabmal: einschließlich Trauerfeier und Grabpflegekosten im gesetzlichen Rahmen;
  • 2. Erbschein und Notar: Gebühren für Erbschein, Testamentseröffnung, Nachlassverzeichnis;
  • 3. Anwalts- und Gerichtskosten: soweit sie der Feststellung und Verteilung des Nachlasses dienen;
  • 4. Gutachten: Wertermittlung für Grundstücke oder Unternehmensanteile;
  • 5. Testamentsvollstreckung: soweit sie auf die Nachlassregelung entfällt.

Was nicht abziehbar ist

Nicht begünstigt sind Kosten, die nach der Regelung des Nachlasses anfallen und der Verwaltung oder Verwertung des Erlangten dienen: Maklergebühren beim späteren Verkauf, Kosten der Vermietung, laufende Instandhaltung.

Ebenfalls nicht abziehbar sind Aufwendungen, die ohnehin persönliche Lebenshaltung betreffen – etwa Reisekosten zu Familienbesuchen im Zusammenhang mit dem Erbfall.

Pauschbetrag oder Einzelnachweis

Der Pauschbetrag wird ohne Nachweis gewährt und deckt Bestattung und Nachlassregelung gemeinsam ab. Wer höhere Kosten hatte, kann sie einzeln ansetzen – dann müssen aber alle geltend gemachten Positionen belegt werden.

Praktisch lohnt der Einzelnachweis vor allem bei aufwendigen Bestattungen, Grabmalen, langen Erbstreitigkeiten oder Bewertungsgutachten.

So dokumentierst du sauber

Lege für jede Position Rechnung und Zahlungsnachweis zusammen ab und notiere in einem Satz den Zweck. Bei Anwaltsrechnungen hilft eine Aufteilung nach Tätigkeitsbereichen: Regelung des Nachlasses einerseits, Verwaltung oder Verwertung andererseits.

Trägt ein Erbe Kosten für alle, sollte die Kostenverteilung in der Auseinandersetzungsvereinbarung geregelt sein. Abziehbar sind die Kosten bei dem, der sie wirtschaftlich getragen hat.

Drei typische Konstellationen

Streit um die Wirksamkeit eines Testaments: Anwalts- und Gerichtskosten dienen der Feststellung der Erbfolge und sind abziehbar.

Auseinandersetzung einer Erbengemeinschaft: Beratungs- und Notarkosten für die Teilung gehören zur Nachlassregelung.

Verkauf der geerbten Wohnung ein Jahr später: Maklerprovision und Notarkosten sind keine Nachlassregelungskosten.

Getrennte Rechnungen anfordern

Wer den Anwalt für Nachlassregelung und späteren Verkauf beauftragt, sollte um getrennte Rechnungen bitten. Sonst kürzt das Finanzamt pauschal.


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Erbfallkosten geltend machen

6 Punkte · § 10 Abs. 5 Nr. 3 ErbStG
  • 1. Alle Rechnungen sammelnBestattung, Notar, Anwalt, Gutachter, Gericht.
  • 2. Zweck je Position notierenRegelung oder Verwaltung.
  • 3. Summen vergleichenEinzelnachweis gegen Pauschbetrag.
  • 4. Zahlungsnachweise zuordnenKontoauszug zu jeder Rechnung.
  • 5. Kostenträger klärenWer hat wirtschaftlich gezahlt?
  • 6. Erklärung mit AnlagenBelegliste beifügen.

Häufige Fragen (FAQ)

Wie hoch ist der Erbfallkostenpauschbetrag?

Er wird je Erbfall ohne Nachweis gewährt und deckt Bestattungs-, Grabmal- und Nachlassregelungskosten ab. Höhere Kosten sind nur mit vollständigem Nachweis ansetzbar.

Sind Anwaltskosten im Erbstreit abziehbar?

Ja, soweit sie der Feststellung und Verteilung des Nachlasses dienen. Das hat der BFH bestätigt.

Was ist mit Grabpflege?

Die üblichen Kosten der Grabpflege können im Rahmen der Erbfallkosten berücksichtigt werden.

Kann ich Kosten mehrerer Erben zusammen ansetzen?

Nein. Jeder Erbe setzt an, was er wirtschaftlich getragen hat.

Zählen Reisekosten zur Beerdigung?

Sie gehören regelmäßig zur privaten Lebensführung und sind nicht abziehbar.

Quellen & Rechtsgrundlagen

Geprüft am 18. August 2026 anhand der folgenden Quellen. Entscheidungen und Gesetzgebungsverfahren können sich kurzfristig ändern – prüfe den Stand anhand der Primärquellen.

  1. § 10 ErbStG – steuerpflichtiger Erwerb, Absatz 5 Nr. 3. Gesetze im Internet.
  2. BFH-Kommentierung: Rechtsanwaltskosten bei Erbstreitigkeiten. Haufe Online-Redaktion, 8. Juli 2026.
  3. BFH – Entscheidungen online. Bundesfinanzhof, Volltextrecherche nach Datum und Aktenzeichen.
SteuerNest Redaktion
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Wir verfolgen Gesetzgebung, Rechtsprechung und Verwaltungsanweisungen und übersetzen sie in verständliche Sprache. Dieser Beitrag ersetzt keine individuelle Beratung durch Steuerberater, Rechtsanwalt oder Lohnsteuerhilfeverein.

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