Elterngeld ersetzt einen Teil des wegfallenden Einkommens nach der Geburt eines Kindes. Es ist steuerfrei, unterliegt aber dem Progressionsvorbehalt (§ 32b EStG) und erhöht so den Steuersatz auf das übrige Einkommen. Das Basiselterngeld beträgt in der Regel 65 % des Nettoeinkommens (mindestens 300 €, höchstens 1.800 €).
Progressionsvorbehalt und Steuerklasse
Weil das Elterngeld den Steuersatz erhöht, kann es im Bezugsjahr zu einer Nachzahlung kommen. Da sich das Elterngeld am Nettoeinkommen bemisst, kann ein rechtzeitiger Steuerklassenwechsel vor der Geburt das spätere Elterngeld erhöhen – zu beachten sind Mindestbezugszeiten der günstigeren Klasse.
Basiselterngeld und ElterngeldPlus
Neben dem Basiselterngeld (bis zu 14 Monate zwischen beiden Elternteilen) gibt es ElterngeldPlus (längerer Bezug bei Teilzeit) und den Partnerschaftsbonus. Wer im Jahr mehr als 410 € Elterngeld bezieht, ist zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet.
| Steuerpflicht | steuerfrei |
|---|---|
| Progressionsvorbehalt | ja (§ 32b EStG) |
| Basiselterngeld | 65 % Netto, 300–1.800 € |
| Varianten | ElterngeldPlus, Partnerbonus |
| Erklärungspflicht | ab 410 € im Jahr |
| Rechtsgrundlage | § 32b EStG, BEEG |
Rechtsprechung & Leiturteile
Ausgewählte höchstrichterliche Entscheidungen zu Elterngeld. Aktenzeichen und Datum dienen der Orientierung – maßgeblich ist der amtliche Volltext.
Progressionsvorbehalt beim Elterngeld
Der BFH bestätigte in ständiger Rechtsprechung, dass das steuerfreie Elterngeld einschließlich des Mindestbetrags dem Progressionsvorbehalt unterliegt und damit den Steuersatz auf die übrigen Einkünfte erhöht.
Elterngeld als Lohnersatzleistung
§ 32b EStG erfasst das Elterngeld nach dem Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz als Leistung, die dem Progressionsvorbehalt unterliegt.
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Verwandte Lexikon-Begriffe
Häufige Fragen (FAQ)
Ist Elterngeld steuerpflichtig?
Nein, Elterngeld ist steuerfrei. Es unterliegt aber dem Progressionsvorbehalt und erhöht damit den Steuersatz auf das übrige zu versteuernde Einkommen.
Warum kann es zu einer Nachzahlung kommen?
Weil das Elterngeld den Steuersatz erhöht, ohne dass darauf Steuer einbehalten wurde. Die höhere Steuer auf das übrige Einkommen zeigt sich erst in der Veranlagung.
Wie hoch ist das Elterngeld?
Das Basiselterngeld beträgt in der Regel 65 % des wegfallenden Nettoeinkommens, mindestens 300 € und höchstens 1.800 € pro Monat.
Kann ich durch die Steuerklasse mehr Elterngeld erhalten?
Ja. Da sich das Elterngeld am Nettoeinkommen bemisst, kann ein rechtzeitiger Wechsel in eine günstigere Steuerklasse vor der Geburt das Elterngeld erhöhen. Fristen sind zu beachten.
Muss ich eine Steuererklärung abgeben?
Ja, wenn Sie im Jahr mehr als 410 € Elterngeld bezogen haben. Dann besteht Pflicht zur Abgabe.
Was ist ElterngeldPlus?
Eine Variante mit längerem Bezug und niedrigeren Monatsbeträgen, die besonders bei Teilzeitarbeit während des Bezugs vorteilhaft ist.
Fällt auch der Mindestbetrag unter den Progressionsvorbehalt?
Ja. Nach der BFH-Rechtsprechung unterliegt das Elterngeld einschließlich des Sockelbetrags von 300 € dem Progressionsvorbehalt.
Ist bei Ehegatten die Einzelveranlagung günstiger?
Im Bezugsjahr kann die Einzelveranlagung im Einzelfall die Progressionswirkung mindern. Eine Vergleichsrechnung in der Steuererklärung klärt das.
Zählt der Partnerschaftsbonus auch dazu?
Ja. Auch der Partnerschaftsbonus und ElterngeldPlus sind steuerfreie Leistungen mit Progressionsvorbehalt.
Wie wird das Elterngeld in der Erklärung angegeben?
In der Anlage „Sonstiges" bzw. bei den dem Progressionsvorbehalt unterliegenden Leistungen. Die Elterngeldstelle bescheinigt die Höhe.
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Quellen & Rechtsgrundlagen
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