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Lexikon · Internationales§ 34c EStG, DBARechtsprechungFAQ

Doppelbesteuerungsabkommen (DBA)

Doppelbesteuerungsabkommen sind völkerrechtliche Verträge, die regeln, welcher Staat grenzüberschreitende Einkünfte besteuern darf – um eine Doppelbesteuerung zu vermeiden.

Das Wichtigste in Kürze

Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) sind zwischenstaatliche Verträge, die bei grenzüberschreitenden Einkünften festlegen, welcher Staat besteuern darf. Sie vermeiden die doppelte Besteuerung entweder durch Freistellung (mit Progressionsvorbehalt) oder durch Anrechnung der ausländischen Steuer (Quellensteuer). Grundlage ist meist das OECD-Musterabkommen.

Rechtsgrundlage: § 34c EStG, DBA Bereich: Internationales

Freistellungs- und Anrechnungsmethode

Bei der Freistellungsmethode stellt der Wohnsitzstaat die ausländischen Einkünfte frei, berücksichtigt sie aber beim Steuersatz (Progressionsvorbehalt) – typisch für Arbeitslohn und Immobilien im Ausland. Bei der Anrechnungsmethode besteuert der Wohnsitzstaat auch die ausländischen Einkünfte, rechnet aber die im Ausland gezahlte Steuer an – typisch für Dividenden und Zinsen.

Ansässigkeit und Rückfallklauseln

Zentral ist die Ansässigkeit: Bei Wohnsitz in zwei Staaten entscheidet eine „Tie-Breaker"-Regel (Mittelpunkt der Lebensinteressen). Viele DBA enthalten Rückfallklauseln (Subject-to-tax), die eine Freistellung nur gewähren, wenn die Einkünfte im anderen Staat tatsächlich besteuert werden – um „weiße Einkünfte" zu vermeiden.

Eckdaten · Doppelbesteuerungsabkommen
ZweckVermeidung der Doppelbesteuerung
MethodenFreistellung / Anrechnung
Freistellungmit Progressionsvorbehalt
GrundlageOECD-Musterabkommen
RückfallklauselSubject-to-tax
Rechtsgrundlage§ 34c EStG, jeweiliges DBA

Rechtsprechung & Leiturteile

Ausgewählte höchstrichterliche Entscheidungen zu Doppelbesteuerungsabkommen (DBA). Aktenzeichen und Datum dienen der Orientierung – maßgeblich ist der amtliche Volltext.

I R 73/16BFH · 11.07.2018

Auslegung von DBA-Begriffen

Der BFH betonte, dass Begriffe eines DBA vorrangig aus dem Abkommen selbst und dem OECD-Musterkommentar auszulegen sind. Nationale Definitionen greifen nur, soweit das Abkommen nichts Abweichendes bestimmt.

Kernaussage: DBA sind autonom nach dem Abkommenszusammenhang auszulegen.
§ 50d Abs. 9 EStGGesetz · Rechtsstand 2026

Rückfall des Besteuerungsrechts

§ 50d Abs. 9 EStG ordnet an, dass Deutschland das Besteuerungsrecht behält, wenn Einkünfte im anderen Staat wegen eines Qualifikationskonflikts oder mangels Steuerpflicht nicht besteuert werden.

Kernaussage: Weiße, in keinem Staat besteuerte Einkünfte werden in Deutschland erfasst.

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Häufige Fragen (FAQ)

Was ist ein Doppelbesteuerungsabkommen?

Ein völkerrechtlicher Vertrag zwischen zwei Staaten, der regelt, welcher Staat grenzüberschreitende Einkünfte besteuern darf, um eine doppelte Besteuerung zu vermeiden.

Welche Methoden gibt es?

Die Freistellungsmethode (Wohnsitzstaat stellt frei, meist mit Progressionsvorbehalt) und die Anrechnungsmethode (Wohnsitzstaat besteuert, rechnet aber die ausländische Steuer an).

Wann gilt die Freistellungsmethode?

Häufig für Arbeitslohn aus Tätigkeit im Ausland und für ausländische Immobilien. Die Einkünfte bleiben in Deutschland steuerfrei, erhöhen aber den Steuersatz.

Wann gilt die Anrechnungsmethode?

Typischerweise für Dividenden und Zinsen. Deutschland besteuert die Einkünfte, rechnet aber die im Quellenstaat gezahlte Steuer bis zum Höchstbetrag an.

Was ist die Ansässigkeit?

Der steuerliche Wohnsitzstaat. Bei Wohnsitz in beiden Staaten entscheidet eine Tie-Breaker-Regel, etwa der Mittelpunkt der Lebensinteressen.

Was ist eine Rückfallklausel?

Eine Subject-to-tax-Klausel gewährt die Freistellung nur, wenn die Einkünfte im anderen Staat tatsächlich besteuert werden. So werden unbesteuerte „weiße Einkünfte" vermieden.

Woher weiß ich, welches DBA gilt?

Das BMF veröffentlicht eine Übersicht der geltenden Abkommen. Maßgeblich ist das DBA zwischen Deutschland und dem jeweiligen anderen Staat.

Wie werden DBA ausgelegt?

Vorrangig aus dem Abkommen selbst und dem OECD-Musterkommentar (BFH I R 73/16). Nationale Begriffe gelten nur, soweit das DBA nichts Abweichendes regelt.

Was gilt für Grenzgänger?

Einige DBA enthalten besondere Grenzgängerregelungen, nach denen der Arbeitslohn im Wohnsitzstaat besteuert wird, sofern der Arbeitnehmer regelmäßig zurückkehrt.

Brauche ich bei Auslandseinkünften eine Beratung?

Häufig ja, da die Abkommen komplex sind. Dieser Lexikonbeitrag ersetzt keine individuelle Beratung durch einen auf internationales Steuerrecht spezialisierten Berater.

Kontakt zur Redaktion

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Quellen & Rechtsgrundlagen

Rechtsstand: 2026. Maßgeblich sind die jeweils gültigen Gesetzesfassungen und die höchstrichterliche Rechtsprechung im amtlichen Volltext.

  1. § 34c EStG – Ausländische Einkünfte. Gesetze im Internet.
  2. § 50d EStG – Besonderheiten bei DBA. Gesetze im Internet.
  3. BFH I R 73/16 vom 11.07.2018. Bundesfinanzhof.
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