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Lexikon · Grundlagen & System§ 32a Abs. 1 EStGRechtsprechungFAQ

Grundfreibetrag

Der Grundfreibetrag stellt das steuerliche Existenzminimum frei: Bis zu seiner Höhe fällt keine Einkommensteuer an – 2026 liegt er bei 12.348 €.

Das Wichtigste in Kürze

Der Grundfreibetrag ist der Teil des Einkommens, der das Existenzminimum sichert und deshalb steuerfrei bleibt. Für 2026 beträgt er 12.348 € (Ledige); bei zusammenveranlagten Ehegatten verdoppelt er sich. Erst oberhalb des Grundfreibetrags beginnt der Einkommensteuertarif mit dem Eingangssteuersatz von 14 %.

Rechtsgrundlage: § 32a Abs. 1 EStG Bereich: Grundlagen & System

Wirkung im Steuertarif

Der Grundfreibetrag ist in den Tarif des § 32a EStG eingearbeitet: Bis zu seiner Höhe beträgt die Steuer 0 €. Er wirkt für alle Steuerpflichtigen gleichermaßen. Das Bundesverfassungsgericht verlangt, dass das Existenzminimum steuerfrei bleibt – der Gesetzgeber passt den Grundfreibetrag daher regelmäßig an die Entwicklung des sozialrechtlichen Existenzminimums an.

Jährliche Anpassung & Ehegatten

Der Grundfreibetrag steigt nahezu jedes Jahr, um die „kalte Progression" abzumildern. Bei zusammenveranlagten Ehegatten gilt der doppelte Betrag. Neben dem Grundfreibetrag mindern weitere Frei- und Pauschbeträge (etwa Arbeitnehmer-Pauschbetrag, Sonderausgaben) das zu versteuernde Einkommen zusätzlich.

Eckdaten · Grundfreibetrag
Grundfreibetrag 202612.348 € (Ledige)
Ehegatten24.696 € (zusammenveranlagt)
Eingangssteuersatz14 % oberhalb
Zwecksteuerfreies Existenzminimum
Anpassungregelmäßig jährlich
Rechtsgrundlage§ 32a Abs. 1 EStG

Rechtsprechung & Leiturteile

Ausgewählte höchstrichterliche Entscheidungen zu Grundfreibetrag. Aktenzeichen und Datum dienen der Orientierung – maßgeblich ist der amtliche Volltext.

2 BvL 5/91BVerfG · 25.09.1992

Existenzminimum muss steuerfrei bleiben

Das Bundesverfassungsgericht entschied, dass der Staat dem Steuerpflichtigen das Existenzminimum steuerfrei belassen muss. Der Grundfreibetrag darf nicht unter das sozialhilferechtlich gewährleistete Minimum sinken.

Kernaussage: Das steuerfreie Existenzminimum ist verfassungsrechtlich garantiert.
§ 32a EStGGesetz · Rechtsstand 2026

Einkommensteuertarif mit Grundfreibetrag

§ 32a EStG integriert den Grundfreibetrag in den Steuertarif. Bis zu seiner Höhe beträgt die tarifliche Einkommensteuer null; darüber steigt der Grenzsteuersatz progressiv an.

Kernaussage: Der Grundfreibetrag ist Bestandteil des progressiven Tarifs, kein gesonderter Abzug.

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Verwandte Lexikon-Begriffe

Häufige Fragen (FAQ)

Wie hoch ist der Grundfreibetrag 2026?

Er beträgt 12.348 € für Ledige. Für zusammenveranlagte Ehegatten gilt der doppelte Betrag von 24.696 €.

Was bedeutet der Grundfreibetrag?

Er stellt das steuerliche Existenzminimum frei: Bis zu seiner Höhe fällt keine Einkommensteuer an. Erst darüber beginnt die Besteuerung mit dem Eingangssteuersatz von 14 %.

Muss ich den Grundfreibetrag beantragen?

Nein. Er ist automatisch in den Einkommensteuertarif und in den Lohnsteuerabzug eingearbeitet.

Gilt der Grundfreibetrag pro Person?

Ja. Jeder Steuerpflichtige hat einen eigenen Grundfreibetrag. Bei Zusammenveranlagung werden die Beträge beider Ehegatten zusammengefasst.

Warum steigt der Grundfreibetrag fast jedes Jahr?

Um das Existenzminimum verfassungskonform freizustellen und die kalte Progression abzumildern. Der Gesetzgeber orientiert sich am Existenzminimumbericht der Bundesregierung.

Muss ich bei Einkommen unter dem Grundfreibetrag eine Steuererklärung abgeben?

In der Regel nicht, wenn keine weitere Erklärungspflicht besteht. Eine freiwillige Erklärung kann sich aber lohnen, etwa zur Erstattung einbehaltener Lohnsteuer oder für einen Verlustvortrag.

Wie hängt der Grundfreibetrag mit Studenten zusammen?

Studierende mit geringem Einkommen bleiben oft steuerfrei. Wer in der Ausbildung Verluste (z. B. durch ein Zweitstudium) hat, kann diese über einen Verlustvortrag mit späterem Einkommen verrechnen.

Zählt der Grundfreibetrag bei Kapitalerträgen?

Bei der Abgeltungsteuer wirkt statt des Grundfreibetrags der Sparerpauschbetrag. Über die Günstigerprüfung kann der Grundfreibetrag jedoch auch auf Kapitalerträge angewendet werden.

Erhöht sich der Grundfreibetrag durch Kinder?

Nein, der Grundfreibetrag selbst nicht. Für Kinder gibt es jedoch zusätzlich den Kinderfreibetrag bzw. das Kindergeld.

Gilt der Grundfreibetrag auch für Rentner?

Ja. Auch Renteneinkünfte bleiben bis zur Höhe des Grundfreibetrags (zzgl. weiterer Frei- und Pauschbeträge) steuerfrei.

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Quellen & Rechtsgrundlagen

Rechtsstand: 2026. Maßgeblich sind die jeweils gültigen Gesetzesfassungen und die höchstrichterliche Rechtsprechung im amtlichen Volltext.

  1. § 32a EStG – Einkommensteuertarif. Gesetze im Internet.
  2. BVerfG 2 BvL 5/91 vom 25.09.1992. Bundesverfassungsgericht.
  3. Amtlicher Einkommensteuer-Rechner. Bundesministerium der Finanzen.
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